Verbrauchertipps: Die Abgeltungssteuer

  • Siegfried Bauer, zu erreichen unter E-Mail: s.bauer@swp.de

Nur für Anleger mit einer hohen Steuerbelastung bringt die Abgeltungssteuer spürbar eine Verbesserung, weil mit dem 25-Prozent-Abzug ihre Steuerschuld beglichen ist, während sie bislang deutlich mehr bezahlen mussten.

Der Gesetzgeber hat bei seiner Entscheidung für die Pauschalbesteuerung alle ursprünglich angedachten Verbesserungen wieder fallen lassen. Dazu zählt die Verrechnung von Kursgewinnen mit -verlusten. Ursprünglich war geplant, dies quer über alle Kapitaleinkünfte zuzulassen. Daraus ist im Gesetz nichts mehr übrig geblieben. Denn mit der neuen Abgeltungssteuer dürfen Kursverluste aus Wertpapiergeschäften (Aktien, Fonds, Rentenpapiere) nur mit entsprechenden Gewinnen aus ebensolchen Anlagen verrechnet werden. Schlimmer noch: Verluste, die bislang beliebig in die Zukunft verlagert werden können, laufen 2013 aus. Bis dahin dürfen sie noch mit neuen Veräußerungsgewinnen aus Kapitalanlagen verrechnet werden.

Es kommt noch dicker: Von 2009 an gibt es einen Sparer-Pauschbetrag. Er beträgt 801 EUR pro Person (Zusammenveranlagte 1602 EUR) und ersetzt den bisherigen Sparerfreibetrag sowie die Werbungskosten. Künftig können dann über den Pauschbetrag hinaus keine Werbungskosten oder auch Schuldzinsen, wenn Papiere auf Kredit angeschafft wurden, geltend gemacht werden. Ob der Gesetzgeber mit dieser Pauschalierung da nicht die Tür zu Klagen gegen das Gesetz sehr weit aufgestoßen hat, bleibt abzuwarten.

Die Nichtveranlagungs-Bescheinigung bleibt bestehen. Schon bisher können Bürger beim Finanzamt eine so genannte NV-Bescheinigung erhalten, die davor bewahrt, dass Steuerabzüge an Zinsen und Dividenden vorgenommen werden. Eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung wird in der Regel ausgestellt werden, wenn der Steuerpflichtige nur geringe Einkünfte bezieht, aber verhältnismäßig hohe Erträge aus Kapitalvermögen erzielt. Dies trifft normalerweise bei Rentnern oder Studenten zu.

Voraussetzung dafür ist aber, dass die Kapitaleinkünfte bei Alleinstehenden nicht mehr als maximal 9121 EUR betragen, bei Zusammenveranlagten 18 243 EUR. Wird diese Grenze zusammen mit anderen Einkunftsarten überschritten, muss die NV-Bescheinigung zurückgegeben werden. Einen Haken hat die neue Abgeltungssteuer allerdings: Weil sich der Sparer-Pauschbetrag verringert, fallen Betroffene schneller aus den Grenzen für eine NV-Bescheinigung heraus.
© Südwest Presse 24.07.2007 07:45
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