EMISSIONSHANDEL

KOMMENTAR: Ungerechtfertigte Zusatzgewinne

Das gibt es auch nicht alle Tage: die beiden Hauptkontrahenten am Strommarkt Arm in Arm. Energiekonzerne und industrielle Strom-Großverbraucher wettern dagegen, dass künftig ein Teil der Verschmutzungsrechte versteigert werden soll, die es den Energieriesen erlauben, mit ihren Kraftwerken die Umwelt zu verpesten. Strom wird dann noch teurer, heißt ihr gemeinsames Totschlag-Argument.

Doch genau so kann es nicht laufen, wenn Eon, ENBW und Co. für Emissionszertifikate zahlen müssen. Schließlich haben die Stromkonzerne die Handelspreise der Schmutzzertifikate längst preistreibend in die Stromtarife einfließen lassen - obwohl sie diese bislang zum Nulltarif beziehen. Müssen sie künftig dafür zahlen, kann das nicht abermals zu Lasten von Wirtschaft und Verbrauchern gehen, sondern dies muss die bislang ungerechtfertigter Weise eingestrichenen Zusatzgewinne der Energieriesen schmälern.

Ganz abgesehen davon: Es müsste sich inzwischen auch bis zur Energiewirtschaft herumgesprochen haben, dass der Klimawandel zu den Problemen zählt, gegen die mit größter Dringlichkeit vorzugehen ist. Und das marktwirtschaftliche Instrument hierfür sind nun einmal Emissionszertifikate, die umweltschädliches Verhalten verteuern und damit einen wirtschaftlichen Anreiz zu einer umweltfreundlichen Energieproduktion schaffen.

© Südwest Presse 06.06.2007 07:45
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