Vom Börsenparkett: Rückschlag erwartet

Verkaufe im Mai und gehe (in Ferien). So lautet die Übersetzung einer angelsächsischen Börsenweisheit. Doch wer tatsächlich meinte, der Mai 2007 sei ein schwacher Börsenmonat, hat sich gründlich geirrt. Mehr als 300 Punkte hat der Deutsche Aktienindex (Dax) seit dem Tag der Arbeit zugelegt. Er eilt von Jahreshoch zu Jahreshoch und notierte am Freitag bei 7739 Punkten.

Die freundliche Phase an der Börse beruht nach der Einschätzung der Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) auf einer ganzen Reihe von Faktoren. Neben Übernahmefantasien, der positiven Entwicklung eines Großteils der Unternehmen, der günstigen Bewertung der Aktien - auch im Vergleich zu anderen Anlagen - sind dies auch gute Konjunkturdaten. Vor diesem Hintergrund ist es laut LBBW möglich, dass der Dax schon bald die 8000-Punkte-Marke überschreitet. Mit Rückschlägen, die heftig ausfallen können, müsse wegen der steilen Aufwärtsbewegung, aber gerechnet werden. Nach Meinung der DZ-Bank werden in der bevorstehenden, nachrichtenärmeren Zeit der hohe Ölpreis, die anziehenden Kapitalmarktzinsen und die von dem Institut erwartete Dollarschwäche die Börsen belasten.

Das Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger verweist darauf, dass die wichtigsten Aktienindizes zuletzt nur von wenigen Titel angetrieben wurden. Die größte Gefahr bleibe die Überhitzung, speziell in China. Sollte es zum Platzen der Blase kommen, 'würde dies automatisch weltweite Wellen erzeugen', schreibt das Bankhaus Ellwanger & Geiger. Positiv gestimmt bleibt das Stuttgarter Institut für die Branchen Nahrungsmittel und Getränke sowie das niederländische Chemieunternehmen DSM .
© Südwest Presse 29.05.2007 07:45
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