HEIDELBERG CEMENT

KOMMENTAR: Mit Tempo zum Erfolg

Große Skepsis ist Bernd Scheifele entgegengeschlagen, als er vor etwas mehr als zwei Jahren von Deutschlands größtem Pharmagroßhändler Phoenix an die Spitze des Baustoffriesen Heidelberg Cement gewechselt ist. Doch die Kritiker sind verstummt, spätestens seit gestern. Durch die Übernahme der britischen Hanson agiert der Baustoffkonzern künftig auf Augenhöhe mit Weltmarktführer Lafarge.

In einem unglaublichen Tempo hat der studierte Jurist Heidelberg Cement saniert. Seine oberste Grundregel ist der effiziente Umgang mit Ressourcen. Das ist, so ungewöhnlich das klingt, im Pharmagroßhandel nicht viel anders als im Zementgeschäft. Bei beidem handelt es sich um austauschbare Güter. Also bestimmen Sparsamkeit und Kostendisziplin über den Erfolg. Doch damit gibt sich Scheifele nicht zufrieden. Mit der Übernahme der Briten verstärkt er die Angebotspalette im rohstoffnahen Geschäft, weil dort höhere Margen zu erzielen sind als mit Zement.

Die Übernahme ist ein Meilenstein für den Konzern, aber teuer. Bezahlbar wird sie durch einen Mix aus Krediten, dem Verkauf von Randsparten und einer Kapitalerhöhung. Mehrheitsaktionär Adolf Merckle hat seine Aktien für 13 und 60 Euro erworben. Gestern notierte der Kurs bei 116 Euro. Dass der sparsame Merckle die Kapitalerhöhung dennoch mitträgt, zeigt, wie gut sein Geld bei Heidelberg Cement arbeitet.

© Südwest Presse 16.05.2007 07:45
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