KONJUNKTUR / HWWI erwartet 2,3 Prozent Wachstum

Konsum gibt Halt

Die Konjunkturexperten werden immer optimistischer. Dresdner Bank und das Hamburger HWWI sehen inzwischen im privaten Konsum den wichtigsten Wachstumsträger.Die deutsche Wirtschaft wird 2007 nach Ansicht der Volkswirte der Allianz-Dresdner Gruppe stärker wachsen als bislang erwartet. Die Mehrwertsteuererhöhung werde nur leichte Bremsspuren hinterlassen. 'Der Aufschwung verliert nur wenig Kraft, 2008 geht es wieder deutlicher nach oben', sagte Chefvolkswirt Michael Heise.Die Allianz-Dresdner Volkswirte erhöhen ihre Wachstums-Prognose für dieses Jahr von 1,8 auf 2,0 Prozent und für 2008 von 2,3 auf 2,5 Prozent.

'Die Unternehmen haben wieder mehr Zuversicht, deswegen wird kräftig investiert und auch mehr Personal eingestellt.' Zudem hätten die Unternehmen auch dank einer moderaten und flexiblen Tarifpolitik ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessert. 'Insgesamt steht die Konjunktur wieder auf zwei Beinen. Aber das außenwirtschaftliche Bein ist noch deutlich kräftiger.'

Der Export wird aber nach Ansicht von Heise im Jahresverlauf an Schwung verlieren. Grund dafür seien das schwache Wachstum in den USA und ein auf 1,40 Dollar steigender Eurokurs. Dagegen ist er für den privaten Konsum zuversichtlich. Auch nach Ansicht des Hamburgischen Weltwirtschafts-Instituts (HWWI) setzt sich der robuste Aufschwung in Deutschland im nächsten Jahr mit einem noch höheren Wachstum fort. Im laufenden Jahr werde die Wirtschaft um 2,3 Prozent und 2008 um 2,4 Prozent wachsen. 'Die Konjunktur wird zunehmend durch die Binnennachfrage getragen', sagte Institutsdirektor Thomas Straubhaar.

'Die verbesserte Situation am Arbeitsmarkt führt zu steigenden Konsumausgaben der Haushalte.' Das HWWI erwartet auch eine deutlich bessere Situation am Arbeitsmarkt. Nach der Prognose nimmt die reguläre Beschäftigung mit Sozialabgaben um 500 000 Erwerbstätige in diesem und weitere 220 000 Arbeitnehmer im nächsten Jahr zu. 2008 dürften es im Schnitt weniger als 3,5 Mio. Arbeitslose geben.

EU-Wachstum etwas stärker

Unterdessen hat das europäische Statistikamt Euro das Wirtschaftswachstum der EU-Staaten 2006 auf 3,5 Prozent nach oben korrigiert. Bei der ersten BIP-Schätzung vor fünf Wochen war Eurostat noch von einem Wachstum um 3,4 Prozent ausgegangen. Im vierten Quartal 2006 wuchs die Wirtschaftsleistung verglichen mit dem dritten Quartal demnach um 0,9 Prozent.
© Südwest Presse 13.04.2007 07:45
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