VIP-Medienfonds

Prozess hat begonnen

In einem der größten Steuerhinterziehungsverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik muss sich seit gestern der Gründer der Filmfonds-Gesellschaft VIP-Medienfonds vor dem Landgericht München verantworten. Die Anklagebehörde wirft dem seit eineinhalb Jahren in Untersuchungshaft sitzenden 45-Jährigen sowie seinem mitangeklagten früherem Geschäftsführer Steuerhinterziehung in dreistelliger Millionenhöhe sowie Untreue vor. Der Fonds soll entsprechend den Ermittlungen mit einem umstrittenen Steuersparmodell rund 635 Mio. EUR Anlegerkapital zu Unrecht als Verlust angesetzt haben. Rund 11 000 Anlegern, die mit dem Fonds Steuern sparen wollten, drohen damit Nachzahlungen an die Finanzämter von möglicherweise bis zu 300 Mio. EUR samt Verzugszinsen.

Nach Aussage von Staatsanwalt Alexander Meyberg verwendete der Medienfonds nur einen Bruchteil des eingesammelten Anlegerkapitals für tatsächlich absetzbare Produktionskosten von Filmen. Rund 80 Prozent der Gelder seien stattdessen in Form einer 'verdeckten Kapitalanlage' auf Festgeldkonten geflossen. Die Fondsgesellschaft habe hunderte Millionen als Betriebsausgaben geltend gemacht, obwohl sie den Großteil des Geldes praktisch nicht aus der Hand gegeben, sondern weiterhin selbst kontrolliert habe, betonte Staatsanwalt Meyberg.
© Südwest Presse 03.04.2007 07:45
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