HEIZKOSTEN / Brennstoffbedarf um bis zu 30 Prozent rückläufig

Der milde Winter lässt die Mieter hoffen

  • Der milde Winter hat für einen geringeren Brennstoffverbrauch gesorgt. Die Mieter können jetzt auf Heizkostenrückerstattungen hoffen. FOTO: ERWIN WODICKA
Der milde Winter lässt viele Mieter nach den wegen explodierender Energiepreise saftigen Nachzahlungen des Vorjahresauf Besserung hoffen: Weil der Brennstoffbedarf um bis zu 30 Prozent zurückging, winkt ihnen jetzt die Aussicht auf eine Heizkostenrückerstattung.

Der wärmste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Deutschland dürfte bares Geld wert sein: Weil von November bis März viel weniger Gas und Öl als sonst gebraucht wurde, können sich viele Bürger Hoffnung auf Rückzahlungen bei den Heizkosten machen. Nach einer Studie der Hypovereinsbank liegt der Jahresheizbedarf etwa 15 Prozent unter dem langjährigen Schnitt. Pro Privathaushalt kann das eine Entlastung von über 200 EUR für dieses Jahr ausmachen, haben die Bankexperten errechnet.

'Ab November ist der Verbrauch von Heizöl deutlich zurückgegangen', bestätigt Günther Jäckel, Geschäftsführer des Deutschen Brennstoff- und Mineralölhandels. Die Konsumenten verbrauchten im Vergleich zur eisigen Wintersaison 2005/2006 bis zu 30 Prozent weniger Brennstoff. Zugleich entwickelten sich die Preise beim Heizöl wie auch bei Gas wenigstens in den vergangenen Wintermonaten einigermaßen moderat. 'Beide Faktoren entlasten', so Jäckel. Peter Horenburg, Geschäftsführer der Vermieterorganisation 'Haus und Grund Deutschland', erwartet, dass die Jahresabrechnungen um 10 bis 20 Prozent niedriger ausfallen.

Doch wie immer steckt der Teufel im Detail: Längst nicht jeder Bundesbürger, der sparsam geheizt hat, kann sich auf einen Geldregen freuen. Ob und wie viel zurückerstattet wird, hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. Werden Heizkosten direkt über die Mieter der genutzten Objekte abgerechnet, dann werden die Einsparungen am ehesten bemerkbar.

Viele Hausbewohner dürften demnach noch gut gefüllte Heizöltanks im Keller haben. Oder ein Plus auf dem Gas-Verbrauchskonto, für das meist hohe Abschlagszahlungen geleistet wurden, die sich in der Regel am Verbrauch im Vorjahreswinter und den ständigen Preiserhöhungen orientierten.

Ein Großteil der Mieter wird eine Entlastung aber erst verzögert über die Nebenkostenabrechnung bekommen, gibt Ulrich Ropertz, Sprecher des Deutschen Mieterbunds, zu bedenken. Oft wird die 'zweite Miete' erst im Frühsommer oder noch später abgerechnet. Umfasst der Abrechnungszeitraum das volle Kalenderjahr 2006 dürfte sich der Spareffekt in Grenzen halten.

Je später die Abrechnung beginnt, desto mehr kann übrig bleiben. Denn über das gesamte letzte Jahr gesehen, lagen die Energiekosten unterm Strich recht hoch. Im Vergleich zu 2005 war es deutlich kälter, außerdem kletterten die Gaspreise binnen Jahresfrist um gut 17 Prozent, der Ölpreis um etwa 11 Prozent, wie Ropertz erläutert. 'Die strengen Wintermonate Anfang 2006 wiegen den milden Jahresausklang bei weitem auf', betont der Fachmann. Er meint: So mancher Mieter wird sich gar auf Nachzahlungen einstellen müssen, 'zwischen 42 und 84 EUR nur fürs Heizen'.

Es bleibt also dabei: Je später der Zeitraum für die Jahresabrechnung beginnt, desto eher können sich Mieter auf eine Rückerstattung freuen. Wie viel man rausbekommt, hängt auch davon ab, wie hoch die monatlichen Vorauszahlungen waren, wie intensiv die Heizung lief, wie teuer Öl oder Gas eingekauft wurden - und wie streng der anstehende Winter ausfällt.
© Südwest Presse 03.04.2007 07:45
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