Vom Börsenparkett: Kräftig Federn gelassen

Die deutschen Aktienmärkte mussten in der vergangenen Woche kräftig Federn lassen. Der Deutsche Aktienindex lag zum Wochenschluss mit 6579,87 Punkten um gut 136 Zähler unter dem Wert der Vorwoche. Zur Wochenmitte war er sogar auf den tiefsten Stand seit Dezember zurückgefallen.

Die Börsenbeobachter der Landesbank Baden-Württemberg machen für den zweiten Kursrutsch binnen drei Wochen die Krise am US-Immobilienmarkt und Sorgen um die Entwicklung der Konjunktur in den USA verantwortlich. Die Stuttgarter gehen davon aus, dass Nervosität und Unsicherheit weiter für eine labile Börse sorgen werden. Damit habe sich die Stimmung grundlegend gewandelt. Satt abermals zur Tagesordnung zurückzukehren, würden jetzt Risiken hoch bewertet und positive Aspekte wie steigende Unternehmensgewinne, günstige Bewertungen oder Übernahme- und Fusionsphantasien nur noch am Rand registriert.

Bei der Südwestbank macht man 'Höhenangst' für den Stimmungsumschwung verantwortlich und sieht keine fundamentale Neubeurteilung der wirtschaftlichen Daten. Da die Weltkonjunktur weiter kräftig wächst, dürfte der jüngste Rückschlag nur eine Episode gewesen sein.

Skeptischer zeigt man sich dagegen bei der Commerzbank. Die Korrekturphase dürfte länger anhalten, weil die Gewinne in den USA nicht mehr so kräftig sprudelten. Einen längeren Abwärtstrend erwartet man in Frankfurt gleichwohl nicht. Mit vorderhand weiteren Kursrückgängen rechnet auch die Sparkasse Ulm. Sie rät den privaten Anlegern stärkere Kursrückgänge zum Einstieg in 'gute fundamentale Einzeltitel' zu nutzen.
© Südwest Presse 19.03.2007 07:45
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