BETONFERTIGTEILE / Facharbeiter fehlen

Vom Boom erfasst

Die Beton- und Fertigteilindustrie in Baden-Württemberg boomt. Die Freude über den Aufschwung wird aber durch den eklatanten Fachkräftemangel getrübt.Der Aufschwung in der deutschen Bauuindustrie lässt das Geschäft der Hersteller von Betonbauteilen boomen. 2006 kletterte der Umsatz der Branche im Südwesten um 8 Prozent auf 720 Mio. EUR Umsatz, bundesweit stieg er im gleichen Maße auf 4,2 Mrd. EUR.

Nachdem die Branche in den vergangenen zehn Jahren unter dem Niedergang der deutschen Bauwirtschaft gelitten hatte und um 45 Prozent geschrumpft war, zeigen sich die Unternehmen nun wieder zuversichtlich. 'Nach einer Umfrage bezeichnen 47 Prozent der Unternehmen die gegenwärtige Auftragslage als gut, im vergangenen Jahr waren es noch 15 Prozent', sagte Harald Sommer, Präsident des Fachverbandes Beton- und Fertigteilwerke Baden-Württemberg.

Auch für die nächsten Monate geben sich die Herstelller im Südwesten zuversichtlich. Knapp zwei Drittel erwarten, dass sich die Geschäftslage nicht verschlechtern wird, ein Viertel rechnet mit einer weiteren Verbesserung.

Trotz des Booms im vergangenen Jahr ist die Zahl der Mitarbeiter in der Branche mit 4000 Beschäftigten stabil geblieben. Um das Auftragspolster abzuarbeiten, habe die Firmen in großem Stil auf Leiharbeiter zurückgegriffen. Sommer und Eberhard Bauer, dem Präsidenten des Bundesverbandes BDB begründeten dies mit dem Fehlen von Fachkräften. Es sei fast unmöglich Bauingenieure, Stahlbetonbauer oder Maurer zu bekommen.

Bauer, der in seinem eigenen Unternehmen eine Ausbildungsquote von 20 Prozent vorweisen kann, appellierte an die Branche, verstärkt junge Leute auszubilden, um für die nächsten Jahre gerüstet zu sein.

INFO

Die Betontage in Neu-Ulm, die zum 51. Mal stattfinden, sind der größte Fachkongress der Branche. Zu dem Treffen kamen 2000 Teilnehmer aus 19 Ländern.

© Südwest Presse 14.02.2007 07:45
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