KONJUNKTUR / Kammern im Land optimistisch

Auf Wachstumskurs

Die Südwest-Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs. Die Stimmung bei den Firmen im Land verbessert sich weiter, ergab die jüngste Konjunkturumfrage des BWIHK.'Stabiler als in ganz Deutschland läuft die Konjunktur in Baden-Württemberg weiter auf Hochtouren', kommentierte Bernd Bechtold, der Präsident die Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK), die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage der 12 Kammern im Land.

Gestützt auf die Befragung von fast 4000 Unternehmen erwartet Bechtold in diesem Jahr ein Wachstum von 2,4 Prozent im Südwesten. Die aktuelle Lage hat sich in fast allen Bereichen weiter verbessert und auch die Erwartungen für die kommenden 12 Monate fallen nochmals günstiger aus. Mehr als die Hälfte alle Firmen nennt ihre Geschäftslage gut, nur noch 6 Prozent sind mit ihrer aktuellen Situation unzufrieden. Im Blick auf die weitere Entwicklung stieg die Zahl der Optimisten auf 38 Prozent, die der Pessimisten sank auf 10 Prozent.

Besonders gut laufen die Geschäfte in der Elektroindustrie, im Maschinenbau sowie bei den Fahrzeugherstellern. In der Elektrobranche bewerten zurzeit rund 70 Prozent ihrer Geschäftslage als gut. Klagen gibt es nur noch bei 2 Prozent der Firmen.

Wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer erwartet der Fahrzeugbau in diesem Jahr eine verhaltenere Gangart. Die größten Befürchtungen hegen in diesem Zusammenhang der Einzelhandel sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe, wo 70 Prozent der Befragten negative Auswirkungen auf Investitionen und Beschäftigung erwarten.

Die Industrie verspricht sich weiterhin eine gute Exportperspektive. Im Sog der dynamischen Investitionsgüterkonjunktur machen auch Zulieferer, Großhandel und die unternehmensnahen Dienstleister immer bessere Geschäfte. Der Bau befindet sich in einem moderaten Aufwärtstrend. Nur das Verkehrs- und Transportgewerbe kämpft angesichts eines starken Wettbewerbs mit sinkenden Margen.

Die Bereitschaft der Betriebe im Inland zu investieren, ist weiter gestiegen. Auch die Absicht neue Mitarbeiter einzustellen hat sich verbessert. 27 Prozent der Betriebe wollen neue Arbeitsplätze schaffen, nur noch 13 Prozent planen einen Personalabbau.

Bechtold appellierte an die Tarifparteien, die moderate Lohnpolitik der letzten Jahre fortzusetzen. Von der Politik erwartet der BWIHK-Präsident eine Verbesserung der Rahmenbedingungen: 'Statt Hindernisse für mehr Beschäftigung zügig zu beseitigen, diskutiert die Bundesregierung über Mindestlöhne und teure Kombilohnmodelle.' Ein dritter Arbeitsmarkt sei aber der falsche Weg.
© Südwest Presse 13.02.2007 07:45
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