GROSSHANDEL

Für 60 Tonner auf den Straßen

Ungeachtet massiver Vorbehalte des Bundesverkehrsministeriums dringt der Groß- und Außenhandel auf die Zulassung von 60 Tonnen schweren Lkw. Ein zweijähriger Test 'im praktischen Umfeld' in den Niederlanden habe gezeigt, dass der Euro-Combi umweltfreundlich und sicher sei, erklärte der Bundesverband des Groß- und Außenhandels (BGA) in Berlin. Die Tests widerlegten die 'zahlreichen theoretischen Vorbehalte' des deutschen Verkehrsministeriums.

Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee bekräftigte seine 'große Skepsis'. Er verwies auf die begrenzte Haltbarkeit von Leitplanken und auf die Folgen bei einem Aufprall auf ein Stauende. Studien zufolge drohe eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Schiene auf die Straße um gut 10 Prozent.

BGA-Präsidiumsmitglied Gerhard Riemann hielt Tiefensee entgegen, dass die Brücken aus militärischen Erwägungen bereits seit den 50er Jahren auf Belastungen durch 60 Tonnen Fahrzeuge ausgerichtet seien. Der Sanierungsrückstau im Bundesgebiet von 10 bis 20 Mrd. EUR falle nicht auf einen Schlag an und könne durch die Mauteinnahmen abgedeckt werden. Die CO2-Emissionen könnten nach BGA-Berechnungen pro transportierter Tonne durch den Euro-Combi um 15 bis 24 Prozent reduziert werden. Zudem würde die Staugefahr verringert. Ein Viertel der Kosten könnte eingespart werden.
© Südwest Presse 10.02.2007 07:45
526 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?