EADS

KOMMENTAR: Schwierige Geburt

Es war eine schwere Geburt, bis eine Auffanglösung für das Daimler-Aktienpaket an EADS gefunden war. Wie schwer, lässt sich schon an der umfangreichen Investorenliste erkennen. Sie enthält nicht weniger als 17 Namen. Da mussten manche offenbar zu ihrem Glück gezwungen werden.

Potenziellen Anlegern dürfte besonders der Umstand nicht gefallen haben, dass sie über kein eigenes Stimmrecht bei EADS verfügen. Die Vorzugsdividende als Entschädigung für den Verzicht auf direkten Einfluss liest sich gut, ist aber nicht problemlos. Was, wenn EADS eine Dividende kürzen oder gar ausfallen lassen muss?

Der Bundesregierung kam es in ihrer neu entdeckten Industriepolitik darauf an, die deutschen Interessen zu wahren. Dafür gibt es gute Gründe, insbesondere wenn der Gegenspieler Frankreich heißt, der bekanntermaßen die Interessen der eigenen Wirtschaft in durchaus rücksichtsloser Art und Weise durchzusetzen pflegt.

Besonders bemerkenswert an der jetzt gefundenen Lösung ist, dass die deutschen Belange auch von ausländischen Banken vertreten werden, vor allem von Schweizer- und US-Seite. Ebenso bemerkenswert ist, dass die großen Finanzkonzerne Allianz und Deutsche Bank, die derzeit aus den meisten ihrer langjährigen Industriebeteiligungen aussteigen, bei EADS eingestiegen sind. Die nationale Karte sticht eben doch, besonders wenn sie von der Regierung ausgespielt wird.
© Südwest Presse 10.02.2007 07:45
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