ARENA / Zusammenarbeit im Bezahlfernsehen

Einstieg bei Premiere

Bezahlsender Premiere verbündet sich mit dem Rivalen Arena und kann künftig über Satellit die Fußball-Bundesliga wieder in ganz Deutschland vermarkten.'Premiere ist für Bundesliga-Fans wieder die erste Adresse', sagte deren Chef Georg Kofler gestern in München auf einer Pressekonferenz, auf der die Zusammenarbeit mit dem Konkurrenten Arena bekannt gegeben wurde. Im Zuge der Allianz übernimmt Arena über eine Kapitalerhöhung 16,7 Prozent der Premiere-Anteile. Ein unternehmerischer Einfluss von Arena soll durch Verwaltung der Anteile durch ein unabhängiges Finanzinstitut ausgeschlossen werden.

Dadurch wollen die Konkurrenten Kartellproblemen aus dem Weg gehen. Die Börse reagierte mit einem Kurssprung um zeitweise mehr als 20 Prozent. Der hohe Verlust, den die Premiere AG für 2006 auswies, geriet in den Hintergrund.

Neuling Arena hatte Premiere in einem Bieterwettbewerb die Bundesliga-Rechte ab der laufenden Saison weggeschnappt. Für beide Unternehmen ergab sich nun das Problem, dass Arena die Rechte, Premiere aber die technischen Plattformen und die Kundenbasis hatte. Daher verbreitete Premiere das Arena-Angebot in einigen Bundesländern bereits über Kabel. Nun wird die Kabelverbreitung ausgeweitet, zudem ist Premiere künftig flächendeckend über Satellit vertreten. Als Folge erhöhte der Bezahlsender seine Prognosen für das Jahr 2007 und 2008. 'Wir haben neue Wachstumschancen', sagte Kofler. Für das laufende Jahr kündigte Premiere aber wegen höherer Abschreibungen nur eine 'schwarze Null' an.

Im vergangenen Jahr machte Premiere hohe Verluste. Unter dem Strich stand ein Verlust von 161,5 Mio. EUR nach einem Gewinn von 49 Mio. EUR im Jahr zuvor. Der Umsatz ging leicht auf gut 1 Mrd. EUR zurück, im Kerngeschäft sanken die Erlöse um 5 Prozent auf 955 Mio. EUR. Die Zahl der Abonnenten sank nach dem Verlust der Bundesligarechte um mehr als 4 Prozent auf 3,4 Millionen am Jahresende. 'Premiere hat 2006 unter schwierigen Rahmenbedingungen ein solides Ergebnis erzielt', sagte Kofler. Im vierten Quartal sei der Kundenbestand netto erstmals wieder gewachsen.

Auch Arena will von dem Bündnis profitieren. 'Durch die zusätzlichen Zuschauer und die Einnahmen aus den von Premiere vermarkteten Abos stärken wir unsere Position als Sender nochmals signifikant', sagte Geschäftsführer Dejan Jocic. Der Sender will nun im zweiten Halbjahr erstmals operativ schwarze Zahlen schreiben. Zudem sei das Ziel leichter erreichbar, bis Ablauf des Bundesliga-Vertrags in zweieinhalb Jahren 3 Mio. Abonnenten gewonnen zu haben, sagte Parm Santhu, Chef des Arena-Gesellschafters Unity Media.
© Südwest Presse 09.02.2007 07:45
739 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?