WERKZEUGMASCHINENBAU / Auch das Inlandgeschäft boomt

Weiter auf Rekordkurs

  • Die Mitarbeiterin eines Werkzeugmaschinenherstellers reinigt eine Metallschneidemaschine. Der Boom der Branche übertrifft in diesem Jahr in Deutschland alle Erwartungen. FOTO: dpa
Im deutschen Werkzeugmaschinenbau laufen die Geschäfte auf vollen Touren und viel besser als erwartet. Die Branche boomt im fünften Jahr in Folge.Das vergangene Jahr brachte dem Werkzeugmaschinenbau mit einem Produktionswert von 10,8 Mrd. EUR und einem Zuwachs von 4 Prozent einen neuen Rekord. Es war das vierte Wachstumsjahr hintereinander. 2007 wird bei einem Plus von 7 Prozent auf 11,5 Mrd. EUR ein weiterer Rekord folgen, wie Verbandspräsident Carl Martin Welcker auf der Jahrespressekonferenz sagte. Die Brutto-Rendite der Firmen liegt im Schnitt bei 5 bis 6 Prozent, so dass sie, so Welcker, wieder mehr Luft zum atmen haben. Trotz des starken Wachstums stellt der Werkzeugmaschinenbau aber keine neuen Mitarbeiter ein.

Die Beschäftigung der Firmen ist seit drei Jahren stabil, bei rund 65 000 Mitarbeitern. Daran wird sich trotz des weiteren Höhenflugs in diesem Jahr nichts ändern. Allerdings beklagen auch die Werkzeugmaschinenhersteller einen anhaltenden Fachkräftemangel.

Probleme könnte es nach Ansicht von Welcker geben, wenn sich die Tarifpartner nicht auf einen 'vernünftigen' Abschluss mit einer eher niedrigen Tabellenerhöhung und einer Einzahlung einigen. Der VDW-Präsident hat allerdings wenig Hoffnung, dass es dazu kommt. Trotzdem werde der Werkzeugmaschinenbau versuchen, an alle Mitarbeiter an Bord zu halten. Angesichts des Rekordauftragseingangs werden sie auch dringend gebraucht. Seit dem zweiten Halbjahr 2005 liegt der Auftragseingang dauerhaft über dem Umsatz. Mittlerweile sind die Firmen wieder so stark, dass sie, so Welcker, 'allzu unsittliche Forderungen etwa aus der Automobilindustrie zurückweisen und zumindest ein wenig die Preise anheben können'. Nach wie vor versuchen die Konzerne den mittelständischen Werkzeugmaschinenfirmen exorbitante Gewährleistungen, überzogene Preisnachlässe, Folgeschädenhaftung und Know-how-Transfer abzuringen, um etwa mit letzterem die benötigten Werkzeuge im Ausland billiger produzieren lassen zu können. All das ist aber bei weitem nicht mehr so einfach wie in früheren Jahren.

Auch für 2007 stünden alle Zeichen auf Wachstum, zumal neben dem ohnehin brummenden Export auch die Inlandsnachfrage 'in die Höhe geschossen ist'.
© Südwest Presse 07.02.2007 07:45
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