MASCHINENBAU / Gute Aussichten für 2007

15 000 neue Jobs

Der Maschinenbau ist vom Boom überrascht. 15 0000 Stellen schuf die Branche in diesem Jahr, weitere sollen 2007 folgen, wenn die Tarifpartner auf Kurs bleiben.Die Geschäfte im deutschen Maschinenbau laufen auf Rekordniveau und werden auch 2007 florieren. 2006 wird die Produktion nach Angaben von Dieter Brucklacher, Präsident des Branchenverbandes VDMA, um 7 Prozent auf den Rekordwert von rund 158 Mrd. EUR steigen. 2007 soll es noch einmal mit 4 Prozent nach oben gehen. Auch beim VDMA befürchtet man durch die Mehrwertsteuer-Anhebung mittlerweile nur eine vorü-bergehende Konjunktur-Delle, die im Laufe des nächsten Jahres mehr als ausgeglichen werde. In diesem Jahr sind im Maschinenbau rund 15 000 neue Arbeitsplätze entstanden, 2007 werden weitere 5000 bis 10 000 dazu kommen.

Die Maschinenbauer korrigieren ihre Prognose nach oben. Nicht nur das Auslandsgeschäft läuft mit einem Auftragsplus von Januar bis Oktober von 14 Prozent weiter rund. Auch im Inland ist der Aufschwung mittlerweile zu spüren: Seit Jahresanfang legten die Bestellungen um 21 Prozent zu. 'Wir haben die Entwicklung unterschätzt', räumt Brucklacher ein.

Mit der Abarbeitung der derzeit vorliegenden Aufträge werden die Unternehmen nach Angaben des VDMA bis Mitte 2007 beschäftigt sein. Die Auftragsreichweite ist damit so groß wie selten zuvor. Die Anlagen sind derzeit zu 90 Prozent ausgelastet, bei einigen Unternehmen gibt es Produktionsengpässe, weil Anlagen, aber auch Fachkräfte fehlen und weil es mitunter Probleme bei den Zulieferern gibt. Brucklacher schließt nicht aus, dass einzelne Firmen sogar Aufträge ablehnen müssen.

2007 soll sich die Situation aber etwas entspannen, weil dann mittlerweile begonnene neue Produktionsanlagen fertig gestellt und weitere Mitarbeiter dazu gekommen sind. Derzeit sind im deutschen Maschinenbau rund 880 000 Mitarbeiter beschäftigt.

Brucklacher sieht 2007 freilich durchaus auch erhebliche Risiken: etwa höhere Rohstoff-Preise und ein weiterer Dollar-Verfall. Vor allem aber sorgt er sich um die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie und warnt vehement vor einem 'kräftigen Schluck aus der Pulle'. Die Tarifparteien müssten Kurs halten. Der Gewinn an Wettbewerbsfähigkeit, der in den letzten Jahren auch dank moderater Lohnabschlüsse erreicht worden sei, dürfe nicht wieder verspielt werden. Brucklacher plädiert für 'einen sehr moderaten tabellenwirksamen Abschluss', ergänzt durch eine höhere variable Einmalzahlung als 2005 (bis zu 620 EUR).
© Südwest Presse 21.12.2006 07:45
713 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?