Wachstum lässt Aktie explodieren

Neun-Monatsbericht Carl Zeiss Meditec AG korrigiert Umsatzziel nach oben. Lasersysteme zur Korrektur der Sehschärfe und Operationsmikroskope sind bei Ärzten auf der ganzen Welt stark gefragt.
  • Ein Verkaufsschlager der Carl Zeiss Meditec AG aus Oberkochen: das robotische Visualisierungssystem „KINEVO 900“. Foto: Zeiss

Oberkochen/Jena. Bei der Carl Zeiss Meditec AG brummen die Geschäfte. In den ersten neun Monaten des bis 30. September 2018 laufenden Geschäftsjahres stieg der Umsatz um 7,1 Prozent (währungsbereinigt 11,7) auf 926,3 Millionen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich von 132,6 auf 134,8 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge blieb stabil bei 14,8 Prozent (14,7).

„Wir haben angesichts der positiven Entwicklung die Umsatzprognose für das gesamte Jahr auf 1,25 bis 1.3 Milliarden Euro angehoben“, sagte Dr. Ludwin Monz am Freitag, „wir sind besonders froh, dass erneut sowohl beide Strategische Geschäftseinheiten als auch alle Regionen einen signifikanten Beitrag hierzu geleistet haben.“ Zudem bestätige der gute Verkauf der jüngsten Produktinnovationen die Strategie, die Entwicklung innovativer Lösungen voranzutreiben und die globale Aufstellung auszubauen, erklärte der Vorstandsvorsitzende.

Umsatz nach Sparten

Die Geschäftseinheit Ophthalmic Devices erhöhte bei steigendem operativen Gewinn bis 30. Juni den Umsatz um 6,4 Prozent (währungsbereinigt: 10,7) auf 681,0 Millionen Euro. Weil weltweit immer mehr Menschen an Augenerkrankungen leiden, verkaufen sich Lasersysteme zur Sehschärfenkorrektur sowie Diagnostikgeräte bestens. Solide nachgefragt werden auch weiterhin Intraokularlinsen zur Behandlung des Grauen Stars.

Auch in der Microsurgery stieg der Umsatz um 9,1 Prozent (14,3) auf 245,2 Millionen Euro. Operationsmikroskope von Zeiss kommen bei Ärzten gut an, ebenso wie schon in den Vormonaten das Visualisierungssystem für Neurochirurgen, KINEVO 900, aus Oberkochen. Allerdings musste die Sparte einen Ergebnisrückgang verkraften, weil den vorrangig in Deutschland entstehenden Kosten in Forschung, Entwicklung und Produktion ein hoher Umsatzanteil in US-Dollar gegenüber steht.

Entwicklung nach Regionen

Strategie, auf Innovationen zu setzen, geht auf.

Dr. Ludwin Monz, Vorstandschef

Währungsbereinigt stieg der Umsatz in Americas um 11,7 Prozent auf 279,3 Millionen Euro. Faktisch waren dies 2,5 Prozent. „Ausschlaggebend waren vor allem Schwankungen beim US-Dollar“, sagte Finanzchef Christian Müller, der Anfang Oktober wie berichtet bei der Carl Zeiss AG in Oberkochen in den Vorstand als Nachfolger von CFO Thomas Spitzenpfeil wechselt. Sie hätten das hohe Wachstum im amerikanischen Markt weitgehend aufgezehrt. Inzwischen lässt aber der Gegenwind von der Währungsseite nach. Positiv habe sich in den USA ausgewirkt, sagte Ludwin Monz, „dass wir den Vertrieb schlagkräftiger aufgestellt, den Service verbessert und die Produktpalette erweitert haben“. Der Handelskrieg zwischen den USA und China betreffe das Unternehmen nur wenig, „weil wir nur eine geringe Produktion dort haben“, sagte Monz, „dennoch betrachten wir die Situation mit Sorge.“

Die Erlöse in Europa/Mittlerer Osten stiegen um 8,6 Prozent (10,0) auf knapp 282 Millionen Euro. Dazu habe die stabile Entwicklung in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich sowie ein solides Wachstum in Großbritannien und Südeuropa beigetragen, berichtete Monz. Im Asien-Pazifik-Raum kam das Wachstum um 9,7 Prozent (13) auf 332,6 Millionen Euro vor allem aus China und Südkorea.

Sondereffekte drücken Gewinn

Konzernweit stieg das EBIT leicht von 132,6 auf 134,8 Millionen Euro. Unter dem Strich ging der Gewinn jedoch von 92,5 auf knapp 82 Millionen Euro zurück. Im Vorjahr hatte allerdings unter anderem ein Sondereffekt aus einem Unternehmensverkauf in den USA den Überschuss erhöht. Der Gewinn pro Aktie entwickelte sich von 1,10 auf 0,92 Euro rückläufig. „Hierfür waren primär nicht operative Faktoren ausschlaggebend, insbesondere ein Einmalerlös aus Verkäufen nicht-strategischer Vermögenswerte, ein negatives Währungsergebnis und die infolge der Kapitalerhöhung im März 2017 gestiegene Anzahl an ausstehenden Aktien“, erklärte Müller.

© Wirtschaft Regional 10.08.2018 20:10
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