Ropa liegt auf Wachstumskurs

Breitbandausbau Das schnelle Internet kommt in Deutschland nur sehr mühsam voran. An der Gmünder Ropa liegt das nicht: Der Dienstleister legt seit Jahren zu.
  • Das Ropa-Führungsteam (von links): Tobias Lemke (Bereichsleiter Finanzen), Daniel Röcker (Bereichsleiter Vertrieb), Geschäftsführer Marco Zapf, Michael Neska (Bereichsleiter Betrieb) und Dirk Jentzsch (Bereichsleiter Verwaltung und Recht). Foto: tom

Schwäbisch Gmünd

Eigentlich benötigt Marco Zapf nur einen Satz, um zu erklären was sein Unternehmen tut. „Wir machen Internet“, sagt der Geschäftsführer der Schwäbisch Gmünder Ropa und lächelt. Doch hinter diesen drei Worten verbirgt sich einiges mehr. Ropa ist im sogenannten Carrier-Geschäft zu Hause. Und jenes ist trotz der vielen Schlagzeilen rund um den Breitbandausbau in Deutschland ein recht unbekannter Geschäftsbereich. Vereinfacht kommt Ropa dann ins Spiel, wenn die Kabel, ganz gleich ob Kupfer, Koaxial oder Glasfaser, bereits angeschlossen sind. Damit bei den Endkunden, egal ob privat oder gewerblich, dann auch Internet, TV und Telefonie ankommen und funktionieren, dafür sorgt die Ropa.

„Wir arbeiten für verschiedene Zielgruppen“, erklärt Daniel Röcker, Bereichsleiter Vertrieb. Gemeinden, Zweckverbände, Stadtwerke oder auch Energieversorger greifen auf das Know-how von Ropa zurück, um ihre Netze zu vermarkten. Schließlich müssen sie konfiguriert und betrieben werden. Der Endkunde und Verbraucher bekommt die Ropa aber nie zu Gesicht. Ropa bietet die Dienste als sogenannte „White-Label-Produkte“ an. Heißt: In den Paketen, mit denen die Anbieter ihren Kunden Fernsehen, Telefonie und Internet verkaufen, steckt zwar Gmünder Know-how drin, drauf steht jedoch ein anderer Name.

Ropa ist im ganzen Land engagiert – und darüber hinaus

Mit dieser Unsichtbarkeit kann Marco Zapf gut leben. Das Geschäft bei Ropa läuft sehr gut. Dabei profitieren die Gmünder vom Breitbandausbau in Deutschland. „Die Branche steckt mitten im größten Strukturwandel ihrer Geschichte“, erklärt Zapf, der die Geschäfte bei Ropa seit 2005 führt. Von den 40 Millionen Haushalten in Deutschland verfügen aktuell knapp 30 Millionen über einen Anschluss mit mehr als 50 Mbit pro Sekunde. Das hört sich nach viel an, ist aber nicht mal der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. „Wir reden ständig von der Gigabit-Gesellschaft, hinken in Deutschland aber hinterher.“ In Zahlen sieht das so aus: Nicht mal sieben Prozent der Haushalte hierzulande verfügen über einen zukunftsfähigen Glasfaseranschluss. Zapf: „Die Frage ist nicht, ob dieser Ausbau kommt, sondern nur wann.“

Die Branche steckt mittendrin im größten Strukturwandel ihrer Geschichte.

Marco Zapf,
Geschäftsführer von Ropa

Immer mehr Gemeinden und Energieversorger wie Stadtwerke bauen deshalb auf eigene Faust oder im Verbund die Netze aus. Um diese auch vermarkten zu können, ist absolutes Spezialwissen gefragt, über das viele Netzbetreiber nicht verfügen. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren ein breites und spezielles Know-how aufgebaut, von dem unsere Kunden profitieren“, erklärt Röcker. Die 40 Mitarbeiter der Ropa planen und installieren nicht nur, sie überwachen etwa nach Inbetriebnahme den Netzbetrieb – und das zu 99 Prozent von Schwäbisch Gmünd aus, und zwar im sogenannten Remote-Betrieb. Dazu verfügt Ropa über Technikstandorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Weitere sind in Planung. Zudem sind die Gmünder stets auf der Suche nach hochqualifizierten Fachkräften. Größtenteils werden diese selbst ausgebildet, erklärt der Geschäftsführer.

Ropa wurde im Jahr 1998 als klassisches IT-Systemhaus gegründet, doch schon bald entwickelte sich das Unternehmen zum Volldienstleister im Carrier-Geschäft. Seit 2015 ist auch der Investor LABcom an Ropa beteiligt. „Gemeinsam wollen wir wachsen und das Unternehmen weiterentwickeln“, erklärt Zapf die Zielrichtung. Dazu gehören auch neue Dienstleistungen, Dienste und Produkte wie eine TV-App-Plattform, die gerade entwickelt wird. So soll der Nutzer auf allen Geräten und auf verschiedenen Empfangswegen selbst entscheiden können, was er wann, wo oder wie guckt. Und auch für Firmenkunden will Ropa neue Dienstleistungen entwickeln. Ein weiterer Meilenstein war der Umzug in größere Räume: Ropa hat vor kurzem seinen neuen Standort im Schwäbisch Gmünder Gügling bezogen. Die alten Räumlichkeiten in der Goethestraße waren schlicht zu klein geworden. „Wir verstehen das auch als Bekenntnis zum Standort Gmünd, wo wir uns sehr wohl fühlen“, so Zapf.

Zudem stand ein umfassender Marken-Relaunch an: Neues Corporate Design, neue Webseite, neue Vertriebsunterlagen. „Wir sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen und haben uns weiterentwickelt, das wollen wir nun auch nach außen transportieren“, erklärt Vertriebschef Röcker. Denn bei allem Erfolg von Ropa in den vergangenen Jahren: „Es gibt immer etwas, was wir besser machen können“, erläutert Zapf – und lächelt wieder.

© Wirtschaft Regional 03.08.2018 17:54
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