Kür der besten Erfinder der Region

Innovationspreis Gmünd, Ellwangen, Aalen, Heidenheim – aus diesen Städten kommen die Gewinner. Gekürt wurden außergewöhnliche Erfindungen und die Innovationskraft eines Mittelständlers.
  • Die Sieger – und die Jury – des Innovationspreises 2018. Foto: Peter Hageneder

Lauchheim

Zum 19. Mal wurde am Donnerstag auf Schloss Kapfenburg der Innovationspreis der Region verliehen. Preisträger sind Delta Logic aus Schwäbisch Gmünd, Mezger Verpackungen aus Ellwangen und mba Abele aus Aalen. Jeweils ein Sonderpreis ging an das Duo Alexander Bayer und Niklas Gutsmiedl vom Aalener Kopernikus-Gymnasium sowie das Geschwisterpaar Marla und Silvan Laidler vom Heidenheimer Max-Planck-Gymnasium. Hinzu kommen 25 Leistungsträger (Kasten).

„Wir brauchen Innovationen, um die Region weiterzuentwickeln. Dafür haben alle Bewerber einen wichtigen Beitrag geleistet“, sagte Landrat Klaus Pavel bei der Preisverleihung. „Ein Blick auf die Arbeiten zeigt: Die Innovationskraft der Region ist ungebrochen“, erklärte Andreas Götz, Vorstandschef der Kreissparkasse Ostalb, die den Preis gemeinsam mit IHK, WiRO und der Kreissparkasse Heidenheim jährlich ausruft.

  • Rainer Hönle begann seine Unternehmerkarriere mit einem 20 000 D-Mark teuren Computer, den seine Eltern gesponsert hatten. Diese Investition zahlte sich aus: 1993 gegründet, gilt Hönles Firma Delta Logic heute als innovativer und führender Automatisierungsspezialist. „Mit schwäbischen Tugenden hat Delta Logic viele Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region geschaffen und das Unternehmen internationalisiert – ohne die Wurzeln zu vernachlässigen“, hieß es in der Begründung der Jury. Diese bestand aus Pavel, Götz, IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle, Dieter Steck, Vorstandschef der Kreissparkasse Heidenheim, sowie Professor Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen, und den Patentanwälten Dr. Werner Lorenz und Dr. Wolfgang Weitzel.
  • Beeindruckt hat die Jury auch das Patent der Ellwanger Firma Mezger. Wer Fleisch in Behältern im Supermarkt kauft, kennt’s: In der Verpackung saugen Pads den Fleischsaft auf, die Entsorgung ist eklig-schwierig. Mezger hat einen Behälter entwickelt, dessen Boden über Öffnungen verfügt, durch die die Flüssigkeit in einen separaten Raum strömen kann (aber nicht mehr zurück). Resultat: Bessere Hygiene, einfaches Recycling.

Schön, dass wir so einen Abend haben.

Klaus Pavel
Landrat des Ostalbkreises
  • Georg Abele, Gründer von „mba Abele“, hat ein spezielles Verfahren entwickelt, um Dünnschliffe herzustellen. Dünnschliffe sind Proben von undurchsichtigen Materialien wie Keramik oder Beton, die extrem dünn geschliffen werden müssen, um sie zu mikroskopieren. Die „Dicke“ der Schliffe beträgt zwischen fünf und 30 Tausendstel Millimeter. Die Erfindung ist weltweit im Einsatz.
  • Zwei Sonderpreise bekamen Schüler in der Kategorie „Bildung und Wissenschaft“: Marla und Silvan Laidler vom Max-Planck-Gymnasium in Heidenheim haben einen Rollstuhl entwickelt, der Patienten selbstständig „verfolgt“; etwa, wenn sie das Laufen trainieren. Alexander Bayer und Niklas Gutsmiedl vom Kopernikus-Gymnasium in Aalen haben den „Blindbot“ erfunden, einen Assistenzroboter, der Blindenhund und Blindenstock in einem ist. Der Blindbot rollt auf einer elektrisch angetriebenen Kugel. Die Abiturienten entwickeln das Projekt seit drei Jahren und bauen aktuell im Aalener Inno-Z den nächsten Prototypen.
  • Jan Bechler, Gast-Referent und Internet-Unternehmer, erklärte, warum die Digitalisierung eine Chance für die Firmen ist. Allerdings stellte er fest: „Man muss den Wandel wagen!“ Und: „Digitalisierung ist Chefsache!“
© Wirtschaft Regional 05.07.2018 15:28
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