Starker Euro drückt Umsatz

Halbjahresbilanz Die Carl Zeiss Meditec AG steigert ihre Erlöse dennoch um 4,5 Prozent. Das Unternehmen entwickelt sich in allen Regionen positiv.
  • Gute Aussichten für den Standort in Oberkochen, wo die Mikrochirurgie angesiedelt ist: Die Carl Zeiss Meditec AG bleibt weiter auf stabilem Wachstumkurs. Foto: Carl Zeiss Meditec AG

Oberkochen/Jena

Die Carl Zeiss Meditec AG ist im ersten Halbjahr 2017/18 trotz negativer Währungseinflüsse weiter gewachsen: Der Umsatz stieg bis zum 31. März 2018 um 4,5 Prozent (währungsbereinigt 9,5) auf 613,7 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug nach 89,1 nun rund 90 Millionen Euro, die bereinigte EBIT-Marge sank von 15,2 auf 14,7 Prozent, der Gewinn pro Aktie verringerte sich um 13 Cent auf 0,63 Euro.

„Unser Geschäft konnte deutliche organische Zuwächse erzielen, wir gewinnen in beiden strategischen Geschäftseinheiten Marktanteile“, kommentierte Dr. Ludwin Monz das Halbjahresergebnis. Der Vorstandsvorsitzende zeigte sich „mit der Entwicklung sowohl des Gerätegeschäfts als auch der wiederkehrenden Umsätze zufrieden.“

Der Umsatz der Geschäftseinheit Ophthalmic Devices erhöhte sich um 3,7 Prozent (8,6) auf 449,3 Millionen Euro. Hierzu trugen sowohl Produkte und Lösungen der Augendiagnostik als auch Refraktive Lasersysteme und die starke Nachfrage nach Premium- und Standard-Intraokularlinsen bei. Die Geschäftseinheit Microsurgery verbesserte den Umsatz um 6,5 Prozent (12,2) auf 164,4 Millionen Euro. Dabei entwickelten sich die im Vorjahr neu in den Markt eingeführten Produkte in der Neuro- und Dentalchirurgie positiv.

Das größte Wachstum kam erneut aus China und Südkorea.

Dr. Ludwin Monz
Vorstandschef Meditec AG

In allen regionalen Märkten verzeichnete die Carl Zeiss Meditec AG auf währungsbereinigter Basis eine positive Entwicklung. Mit 10,0 Prozent (14,1) erzielte die Region EMEA (Europa, Middle East, Afrika) die höchste Wachstumsrate – die Umsätze kletterten von 175,4 auf knapp 193,0 Millionen Euro. „Dazu trugen die stabile Entwicklung in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich sowie ein erneutes Wachstum in Großbritannien und einigen Märkten Südeuropas bei“, erklärte Monz. Wegen der negativen Währungseffekte sank der Umsatz in der Region Amerikas leicht um 1,8 Prozent (+8,1) auf 181,6 Millionen Euro. Insbesondere die US-Geschäfte entwickelten sich in Dollar gerechnet deutlich positiv. Die Region APAC (Asien, Pazifik) erzielte ein Wachstum von 5,2 Prozent (9,2) auf 239,1 Millionen Euro. „Die größten Wachstumsbeiträge kamen erneut aus China und Südkorea“, berichtete der Vorstandsvorsitzende.

Der Rückgang der bereinigten EBIT-Marge auf 14,7 Prozent sei primär auf negative Währungseffekte und gezielte Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in den Vertrieb und in Marketing zurückzuführen, erklärte Monz. Für den Rückgang des Gewinns pro Aktie seien vor allem nicht-operative Faktoren ausschlaggebend gewesen – Monz: „Insbesondere die im Vorjahr enthaltenen Einmalerlöse aus dem Verkauf von Vermögenswerten am Standort Ontario und die infolge der Kapitalerhöhung im März 2017 gestiegene Anzahl an ausstehenden Aktien führten dazu.“

Für das am bis 31. Oktober laufende Geschäftsjahr 2017/18 setzt Dr. Ludwin Monz als Umsatzziel „eine Bandbreite zwischen 1,23 und 1,28 Milliarden Euro an“. Die EBIT-Marge soll sich auf bereinigter Basis innerhalb der auch mittelfristig gültigen Prognosebandbreite von 14 bis 16 Prozent bewegen.

© Wirtschaft Regional 15.05.2018 20:24
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