Gute Noten für die Region

Studie Laut einer Analyse von ZEW und Prognos ist Ostwürttemberg innovativer als andere Regionen, die Kooperation zwischen Firmen und Hochschulen funktioniert.
  • Der Sitz der IHK Ostwürttemberg in Heidenheim. Foto: IHK

Ostwürttemberg

Das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und die Prognos AG haben in einer Studie untersucht, wie innovativ die Regionen im Land sind. Für Ostwürttemberg kommt die Untersuchung zu einem positiven Ergebnis: Die Region ist innovativer als andere, die Vernetzung zwischen Hochschulen und Firmen funktioniert besser als andernorts.

Die Forscher haben für ihre Studie vier Themenfelder analysiert. Sie untersuchten die Innovationsleistung und Innovationsbeteiligung der Unternehmen, die Aktivitäten der Partner der regionalen Innovationssysteme sowie die Vernetzungsintensität. Bei diesen vier Indikatoren der regionalen Innovationssysteme liege Ostwürttemberg über oder mindestens im Durchschnitt aller zwölf untersuchten Regionen des Landes, so die Industrie- und Handelskammer (IHK) in einer Mitteilung. Die Vernetzungsintensität ist mit 13,8 in Ostwürttemberg deutlich über dem Baden-Württemberg-Schnitt von 13. Ebenso liegt der Gesamtindex der Aktivitäten und Vernetzung mit 0,49 über dem Schnitt von 0,47. Die Innovationsbeteiligung liegt mit 0,50 exakt im Landesmittel und der Gesamtindex der Innovationsleistung liegt mit 0,48 nur 0,01 unter dem Landesdurchschnitt. Der IHK Ostwürttemberg attestiert die Studie „eine hohe Bedeutung im regionalen Innovationssystem“, was in Heidenheim natürlich für Freude sorgt.

„Die Zahlen bestätigen und bestärken uns in dem Prozess, den wir bereits seit Jahren begonnen haben, im Bereich der Innovations- und Fördermittelberatung sowie in der Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft ebenso, wie in der hervorragenden Zusammenarbeit mit den regionalen Netzwerkpartnern und den Hochschulen“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle.

Die Studie zeigt auch, wo es noch Potenziale zu heben gilt.

Michaela Eberle
IHK-Hauptgeschäftsführerin

Die Studie belegt zudem, dass Ostwürttemberg auf eine breite Branchenstruktur mit Schwerpunkten in IT, Elektro, Optik, Medizin, Pflegeprodukte, Papierdruck, Metallgewerbe sowie Fahrzeug- und Maschinenbau strategisch aufbauen kann.In diesen Technologiefeldern besitze die Region „überregional bedeutsame Alleinstellungsmerkmale“. Ein überdurchschnittlicher Industriebesatz und deren hohe Investitionsquote führen zur hohen Patentintensität und einem hohen Anteil an Beschäftigten in Forschung und Entwicklung sowie an Hochqualifizierten in der Region.

Weiterhin hebt die Studie die Hochschullandschaft mit starker MINT-Ausrichtung und hoher Anbindungsorientierung in Verbindung mit der starken regionalen Wirtschaft hervor. Ebenso trage der Wissenstransfer zu Firmen durch starke Hochschulen in der Region mit dazu bei. Wie die Zahlen zeigen, setzen die Unternehmen verstärkt auf Kooperations- und Innovationspartner.

Die Studie belege laut IHK einmal mehr, wie wichtig der Austausch und Transfer von Wissen und Technologien ist. „Sie zeigt aber auch, wo es noch Potenziale zu heben gilt“, erklärte Hauptgeschäftsführerin Eberle, die zudem Forderungen an die Politik stellt. „Wir wünschen uns für die Wirtschaft nun endlich die im Koalitionsvertrag vereinbarte wachstumsfreundliche steuerliche Forschungsförderung mit einer innovationsfreudigen Ausgestaltung.“ Damit solle eine Hebelwirkung für zusätzliche Forschungs- und Entwicklungs-Ausgaben der Firmen geschaffen und wiederum hohe gesamtwirtschaftliche positive Effekte erzielt werden.“

© Wirtschaft Regional 14.05.2018 18:58
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