Verband übt Kritik an Macron

Südwestmetall Die Industrie fürchtet Mehraufwand durch Neuregelung der Entsendebestimmungen.

Aalen. Dr. Michael Fried, Vorsitzender des Arbeitgeberverbands Südwestmetall in Ostwürttemberg, hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kritisiert – und warnt vor Belastungen der heimischen Industrie durch geplante EU-Regulierungen. „Die Revision der europäischen Entsendebestimmungen wird zu einem massiven bürokratischen Mehraufwand für unsere Firmen führen“, sagte Fried: „Die Pflicht des Arbeitgebers, bei jeder noch so kurzen Dienstreise ins Ausland den Mitarbeiter in einem komplizierten Verfahren in das Tarifsystem des Ziellandes eingruppieren zu müssen, entbehrt jeglicher Verhältnismäßigkeit.“

Dieser Vorgang zeige, wie sehr die öffentlichen Reden zur Wirtschaftsfreundlichkeit und die tatsächlichen Gesetzgebungsvorgänge in der EU auseinanderklafften. Nicht zuletzt auf Druck des französischen Präsidenten Emmanuel Macron werde die Entsenderichtlinie nun noch bürokratischer ausfallen. „Und das obwohl Frankreich die bisherige Entsenderichtlinie schon übererfüllt und den französischen Markt gegenüber Dienstleistungen aus dem EU-Ausland durch überbordende Bürokratie und scharfe Sanktionen regelrecht abschottet“, erklärte er: „Das ist derselbe Emmanuel Macron, der jetzt mit dem Karlspreis für seine besonderen Verdienste um die Europäische Gemeinschaft belohnt wurde.“

© Wirtschaft Regional 11.05.2018 18:45
1899 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?