SHW AG: Großaufträge und Rückkehr auf Wachstumspfad

Autozulieferer Das Aalener Unternehmen will 2018 endlich wieder zulegen. Gelingen soll dies mit zwei Großaufträgen, neuem Kapital und Investitionen.
  • SHW-Chef Frank Boshoff
  • Blick in die Pulvermetallurgie der SHW AG in Wasseralfingen. Fotos: Archiv

Aalen

Frank Boshoff ordnet die aktuellen Ereignisse während der siebten ordentlichen Hauptversammlung der SHW AG in Heidenheim in den ganz großen historischen Kontext ein: „Wir befinden uns momentan in einer der spannendsten Phasen der mehr als 650-jährigen Unternehmensgeschichte der SHW“, begrüßt der Vorstandsvorsitzende die versammelten Aktionäre. „Mit den Standorten in China, Kanada, Brasilien und Rumänien vollziehen wir gerade die Transformation der SHW zu einem global aufgestellten Automobilzulieferer“, fügt er an.

Neben der fortschreitenden Internationalisierung macht den Vorstandschef vor allem eine Nachricht froh: So hat die SHW vor wenigen Tagen von einem internationalen Getriebehersteller den ersten Großauftrag als Systemlieferant von E-Pumpen für ein Automatikgetriebe mit einem Gesamtvolumen von rund 80 Millionen Euro erhalten. Dabei sei es der SHW gelungen, sich gegen starke internationale Konkurrenz durchzusetzen, so Boshoff. Die elektrischen Getriebeölpumen werden an einem der ausländischen SHW-Standorte montiert. Der Produktionsstart ist nach aktuellem Stand für 2020 vorgesehen. Die Produktion ist nach den derzeitigen Planungen auf einen Zeitraum von fünf Jahren ausgerichtet.

Auch im Geschäftsbereich Bremsscheiben verkündete Boshoff einen neuen Großauftrag. Ein europäischer Fahrzeughersteller habe SHW mit der Lieferung von Verbundbremsscheiben mit einem Gesamtvolumen von mehr als 80 Millionen Euro beauftragt. Bereits kurzfristig sollen bestimmte Lieferumfänge auch in verschiedenen E-Fahrzeugmodellen zum Einsatz kommen, erklärte die SHW in einer Mitteilung.

Eine der spannendsten Phasen in der Unternehmensgeschichte.

Frank Boshoff
Vorstandschef der SHW AG

Dieses Wachstum kostet allerdings Geld. Gut also, dass Boshoff in Heidenheim auch vom Abschluss eines neuen Konsortialkreditvertrags berichtete. Dieser hat ein Volumen von 80 Millionen Euro und soll nicht nur das erwartete organische Wachstum absichern, sondern auch für weitere Akquisitionen genutzt werden, erläuterte der Vorstandschef.

Mit Blick auf das aktuelle Geschäftsjahr 2018 unterstreicht Boshoff, dass die SHW nach den beiden Jahren der Konsolidierung wieder auf einen „soliden Wachstumspfad“ zurückkehren soll. So rechnet die Firma für das laufende Geschäftsjahr mit einem Konzernumsatz in einer Bandbreite von 450 bis 470 Millionen Euro und einer Ebitda-Marge in einem Bereich von 11 bis 12 Prozent. Im Vorjahr hatte SHW bei einem Umsatz von 401 Millionen Euro eine Ebitda-Marge von 10,3 Prozent erzielt. Die Aalener wollen zudem investieren, Boshoff rechnet mit 35 bis 37 Millionen Euro allein 2018.

Die Aktionäre bekommen rund 31,7 Prozent des Konzernjahresergebnisses 2017 ausgeschüttet. Das ergibt eine Dividende von 50 Cent je Aktie.

© Wirtschaft Regional 10.05.2018 18:49
1080 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?