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Südwestmetall reflektiert Tarifrunde 2012 und analysiert Wirtschaftslage
Aktuelle Stimmung untersucht
Südwestmetall reflektiert Tarifrunde 2012 und analysiert Wirtschaftslage
Bei der Mitgliederversammlung der Bezirksgruppe des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall hat der Verbandsvorsitzende Dr. Rainer Dulger am Dienstagabend Kritik an der IG Metall geübt, die trotz der abgeschlossenen Tarifvereinbarungen das Thema Zeitarbeit und Werkverträge nicht ruhen lasse. Neben dem Blick auf die Tarifrunde wude eine aktuelle Konjunkturumfrage für die Region vorgestellt, die eine spürbar eingetrübte Stimmung widerspiegelt.

Sascha Kurz
Dr. Michael Fried, Dr. Rainer Dulger und Jörn P. Makko...

Aalen   Aalen. „Gemessen an der schwierigen Ausgangslage müssen wir mit dem Tarifabschluss zufrieden sein“, bilanzierte Dulger. Ein drohender Arbeitskampf habe abgewendet werden können. Die Lohnerhöhung von 4,3 Prozent gehe zwar für manche Betriebe „an die äußerste Schmerzgrenze, für einige sogar darüber hinaus“, sagte er. Bei der Übernahme von Ausgebildeten habe aber die ursprüngliche Forderung der IG Metall, den Betriebsräten eine weitreichende Mitsprache einzuräumen, im Kern verhindert werden können. Die Möglichkeit betrieblicher Vereinbarungen gebe zudem den Unternehmen genügend Flexibilität, um die Tarifregelungen mit der betrieblichen Praxis in Einklang zu bringen. Auch bei der Zeitarbeit hätten schwerwiegende Einschränkungen vermieden werden können.
Dulger zeigte sich beunruhigt und verärgert über den Tarifvertragspartner IG Metall: „Die Tinte ist noch nicht trocken, da kündigt die Gewerkschaft schon an, bei diesem Thema nicht ruhen zu wollen.“ Kaum habe die Gewerkschaft mit den Zeitarbeitgebern üppige Branchenzuschläge ausgehandelt, beschimpften wenige Tage später Gewerkschaftsfunktionäre Zeitarbeit als „Schmutzkonkurrenz zur regulären Beschäftigung“. Dulger stellte fest: „Sinnvolle Tarifpolitik für die Fläche bedingt, dass die in harten Verhandlungen erzielten Ergebnisse von beiden Seiten akzeptiert werden.“
Die IG Metall wolle das Thema Werkverträge auf die tarifpolitische Agenda setzen, meinte Dulger, der seit Juli 2009 an der Spitze von Südwestmetall steht. Werkverträge seien ein Grundelement der arbeitsteiligen Wirtschaft, machte Dulger deutlich: „Es muss die alleinige unternehmerische Entscheidung bleiben, was ein Unternehmen selbst macht.“ Stattdessen sei es viel wichtiger, die Herausforderungen des demografischen Wandels und der Fachkräftesicherung in den Fokus zu nehmen. Dulger kündigte an, im Verband hierzu Ideen und Anregungen zu sammeln.
Der Vorsitzende der Bezirksgruppe, Dr. Michael Fried, erläuterte die allgemeine wirtschaftliche Situation. Erst kürzlich habe er auf einer Messe in China eine spürbar gedämpfte Stimmung wahrgenommen. Die von der Bezirksgruppe Ostwürttemberg unter den Mitgliedsbetrieben durchgeführte Sommer-Umfrage spiegele das weltweit uneinheitliche Bild, sagte Fried. „Noch schätzt jeder zweite Betrieb die Stimmung gegenüber der ersten Jahreshälfte als gleich oder besser ein.“ Indes sei der Anteil derjenigen, die die Stimmung als schlechter bewerten, spürbar gestiegen. Insbesondere der Zenit des Beschäftigungsaufbaus scheine überschritten, sagte Fried.
Südwestmetall-Geschäftsführer Jörn P. Makko stellte fest, dass nur noch 60 Prozent der Betriebe davon ausgingen, den aktuellen Beschäftigungsstand zu halten oder gar auszubauen. Die verbandsgebundenen Unternehmen in Ostwürttemberg hätten mit über 30 000 Beschäftigten so viele wie seit 1998 nicht mehr. Rund zwei Drittel der Betriebe seien in Sorge um Fachkräfte in den technischen Berufen.
Im nichtöffentlichen Teil der Mitgliederversammlung gab es keine Wahlen. Beim anschließenden Sommerfest nutzten die gut 100 Firmenlenker die Gelegenheit, sich mit Gästen aus Politik und öffentlichem Leben auszutauschen. Zuvor hatte Prof. Dr. Joachim Fischer zum immer wichtiger werdenden Thema des betrieblichen Gesundheitsmanagements referiert. Diesbezüglich hatte der Arbeitgeberverband vor kurzem eine große Veranstaltung im Verbandshaus organisiert. Mehr zum BGM-Vortrag lesen Sie in einer der nächsten Ausgaben.

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