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Bezirksvereinigung Ostalb der Volks- und Raiffeisenbanken legt Bilanz 2011 vor
Genossenschafts-Werte gefragt
Bezirksvereinigung Ostalb der Volks- und Raiffeisenbanken legt Bilanz 2011 vor
Die acht Volks- und Raiffeisenbanken der Bezirksvereinigung Ostalb sind 2011 weiter gewachsen; sie steigerten die Bilanzsumme auf 3,4 Milliarden Euro. Vorsitzender Udo Effenberger und sein Stellvertreter Dietmar Herderich waren sich gestern bei der Vorlage der Bilanz in der Erfolgsbegründung einig: „Genossenschaftlichen Werte wie Selbsthilfe, Verantwortung, Demokratie und Solidarität stehen bei unseren Kunden, Mitarbeitern und Mitgliedern hoch im Kurs!“

Winfried Hofele
Freude über Wachstum (v. l.): Dietmar Herderich, Udo...

Schwäbisch Gmünd   Schwäbisch Gmünd. Die von der Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelöste „Renaissance der Genossenschaftsbanken“ habe auch 2011 angehalten, betonte Udo Effenberger, „obwohl die gesetzlichen Regularien und Vorschriften aus Berlin und Brüssel zunehmend unsere Geschäfte erschweren“. Die Forderung von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner nach einem Finanzmarktwächter sei „für unsere Banken völlig überzogen“, sagte Dietmar Herderich, „Verbraucherschutz war und ist bei uns immer ein grundsätzliches Thema“; gleiches gelte für Beratungsprotokolle. „Wir wehren uns auch dagegen, dass von Brüssel aus versucht wird, unsere Organisation das Image von Investmentbanken anzuheften“, sagte Effenberger. Dass die Kunden und Mitglieder „draußen vor Ort“ die Bedeutung der Volks- und Raiffeisenbanken richtig einschätzen, sehen die Bankvorstände durch die Erfolgszahlen bestätigt.
So erreichten die acht autonomen Genossenschaftsbanken zusammen ein betreutes Kundenvolumen von über 6,6 Milliarden Euro, 1,7 Prozent mehr als 2010. Das Kundenanlagenvolumen erhöhte sich auf genau vier Milliarden Euro, das Kundenkreditvolumen auf über zwei Milliarden Euro. „Wir verzeichneten überdurchschnittliche Zuwächse“, freute sich Herderich, besonders stark sei die Nachfrage nach Krediten für den Wohnbau und für die energetische Sanierung bestehender Immobilien gewesen. Um satte 5,7 Prozent auf 189,7 Millionen Euro hätten die acht Banken in Summe das Eigenkapital gesteigert, berichtete Effenberger. Das sei auch notwendig, um den künftigen Anforderungen durch „Basel III“ bei der Kreditvergabe gerecht werden zu können. Der Gmünder Volksbank-Chef vermutet, dass „Basel III“ zu einem Rückgang der selbstständigen Volksbankeinheiten führen wird: „Von derzeit 1200 wird es im Jahr 2020 noch 800 geben.“ Für Dietmar Herderich ist dennoch klar: „Jede Genossenschaftsbank im Ostalbkreis kann zum Nutzen ihrer Mitglieder autonom bleiben.“ Wenn sich zum Beispiel die Bopfinger Bank mit der Nördlinger zusammenschließen wolle, so sei dies ausschließlich Sache der Mitglieder. „Die Bezirksvereinigung übt hier keinen Einfluss aus,“ ergänzte Effenberger.
Die wirtschaftliche Kraft der regionalen Genossenschaftsbanken unterstrichen Effenberger und Herderich mit eindrucksvollen Zahlen: Von 337 300 Einwohnern im Ostalbkreis sind 193 207 Kunden und 99 257 Mitglieder einer Genossenschaftsbank. Diese beschäftigen in 83 Bankstellen 818 Mitarbeiter und 85 Auszubildende. In 2011 wurden 5561 Kredite, davon 82 an Existenzgründer, über eine Gesamtsumme von 46 Millionen Euro neu vermittelt. Immobilienobjekte wurden 179 Stück vermittelt. Das Betriebsergebnis vor Bewertung lag 2011 in der Summe bei 33,93 Millionen Euro. Udo Effenberger: „Insgesamt hat die Bezirksvereinigung über 7,66 Millionen Euro Steuern bezahlt und 625 000 Euro für Spenden und Sponsoring zur Verfügung gestellt. Die Mitglieder können sich überdurchschnittlich fünf Prozent Dividende aus ihren Geschäftsanteilen freuen, das sind 3,47 Millionen Euro“.
Für 2012, das „Jahr der Genossenschaften“ erwarten die Mitgliedsbanken der Vereinigung eine weiterhin positive Entwicklung mit etwas abgeschwächten Erträgen. „Wir werden Initiativen zur Gründung von Schülergenossenschaften starten“, kündigte Dietmar Herderich an; das werde jede Bank individuell mit den Schulen vor Ort in Angriff nehmen.

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