Der „AAccelerator“ beschleunigt

Startup-Beratung Nikola Vetter und Sebastian Schürle sollen den „AAccelerator“ im alten IHK-Bildungszentrum zum Erfolg verhelfen. Im Interview verraten sie, wie sie die Gründerlust stärken wollen.
  • Oberbürgermeister Thilo Rentschler (links) und Wirtschaftsförderer Wolfgang Weiß (rechts) begrüßen Nikola Vetter und Sebastian Schürle im neuen Amt. Foto: Stadt Aalen

Aalen

S ie sind die Neuen in der Aalener Wirtschaftsförderung – und sollen Neues fördern. Nikola Vetter, Diplom-Betriebswirtin und freie Journalistin, und Sebastian Schürle, Software-Ingenieur, traten gemeinsam Anfang Juli die neu geschaffene Stelle „Start-up-Beratung und Netzwerke“ an – und wirken aktiv am Aufbau des „AAccelerators“ mit – einer Einrichtung, die Start-ups bei der Entwicklung unterstützt. Im Interview erklären die beiden, wie sie Gründungslust und unternehmerisches Denken steigern, Erfolgschancen junger Gründerteams erhöhen und die Vernetzung junger Start-ups mit etablierten Unternehmen und Investoren ermöglichen wollen.

Was ist der Zweck des neuen AAccelerators?

Nikola Vetter: Mit dem neuen AAccelerator wird das derzeit bereits hervorragende Start-up-Netzwerk rund um die Hochschule Aalen, INNO-Z, IHK und weitere Partner um eine Besonderheit ergänzt. Der AAccelerator rundet das bestehende Angebot nicht nur ab, er geht nach den anfänglichen Phasen von Start-ups noch einen Schritt weiter: Der AAccelerator will beschleunigen, unterstützen, Erfolgschancen erhöhen und ein Start-up-Ökosystem schaffen. Es geht einerseits darum, jungen Start-ups Flächen zur Verfügung zu stellen sowie Kontakte zu Gelbgebern und etablierten Unternehmen zu ermöglichen. Und es geht andererseits darum, die Start-ups mit Know-how zu unterstützen, das den Markteintritt erleichtert. So wird der AAccelerator ein „Beschleuniger“ für junge Start-ups sein und diese auf ihrem Weg voranbringen.

Wie wird das Arbeiten für die Start-ups dort aussehen?

Wer einen kreativen Ort des Gründens und der Vernetzung sucht, ist hier genau richtig.

Nikola Vetter
Start-up-Beratung und Netzwerke

Sebastian Schürle: Gründer erhalten die Möglichkeit, ihre Ideen im AAccelerator weiterzuentwickeln und sich sowohl lokal als auch international, sozial und kommerziell zu vernetzen. Hierfür bieten wir Werkstätten, Besprechungsräume und Büroflächen an. Die offenen Flächen sollen als sogenannter „Coworking-Space“ gestaltet werden, also eine Art Gemeinschaftsbüro, das die Zusammenarbeit der verschiedenen Start-ups fördert und Synergieeffekte schafft. Wünschen Start-ups separate Büroräume, können diese ebenfalls zur Verfügung gestellt werden. Der Coworking-Space sowie einige Büroräume sind über eigene Außentüren erreichbar, sodass Anlieferungen optimal vonstattengehen können. Vor dem Haus sind ausreichend Parkplätze vorhanden. Es besteht eine gute Anbindung an den ÖPNV, und die Aalener Innenstadt ist nicht weit entfernt. Selbstverständlich bieten wir High-Speed-Internet und flächendeckendes WLAN für optimale Arbeitsbedingungen an.

Nikola Vetter: Und bei aller Zeitintensität und Arbeit, die das Gründen mit sich bringt, ist es uns wichtig, dass sich alle im AAccelerator wohlfühlen. Dafür sorgen tolle Raumkonzepte ebenso wie gemütliche Ecken für soziale Kontakte unter den Start-ups. Außerdem planen wir coole und interessante Events, um Vernetzung und Know-how zu fördern.

Wer kann im AAccelerator durchstarten?

Nikola Vetter: In erster Linie sind Gründer, die innovative und technologieorientierte Geschäftsmodelle im Bereich Industrie 4.0 verfolgen, eingeladen, ihre „Zelte“ im AAccelerator aufzuschlagen und mit ihrem Start-up so richtig Gas zu geben. Allerdings sind gerne auch Jungunternehmer aus anderen Bereichen oder bereits etablierte KMUs willkommen. Wer einen kreativen Ort des Gründens und der Vernetzung sucht, ist im AAccelerator genau richtig. Wir haben viel Platz zur Verfügung und freuen uns, wenn sich der AAccelerator rasch mit Leben und Ideen füllt. Und wir freuen uns sehr, dazu beizutragen, ein echtes Ökosystem in der Start-up-Region Ostwürttemberg zu etablieren und speziell in Aalen eine tolle Gründerkultur zu schaffen und auszubauen. Nicht nur, weil Gründen ein besonders wichtiges Thema ist und die Digitalisierung nach neuen Konzepten verlangt, sondern weil wir selbst Start-up-Gründer sind und wissen, wie wertvoll Netzwerke sind. Durch die Erfahrungen bei der Gründung Ihres eigenen Start-ups „Connected Life“ können Sie Gründerinnen und Gründer optimal beraten und unterstützen.

Sebastian Schürle: Genau. Das ist, was uns an unserer neuen Aufgabe so reizt. Wir wissen, wie es ist, ein Start-up zu gründen und können uns in viele Herausforderungen hineindenken und -fühlen. Zudem liefern wir ein Gesamtpaket: Frau Vetter als Diplom-Betriebswirtin und freie Journalistin und ich als Software-Ingenieur können in zahlreichen Bereichen unterstützend zur Seite stehen. Und wir sind sehr glücklich, dass wir dazu beitragen dürfen, das Thema Gründung in Aalen noch leichter und reizvoller zu machen. Ganz getreu dem Slogan des Oberbürgermeisters bei unserer Begrüßung: „Dann start-uppen Sie mal durch!“

© Wirtschaft Regional 06.09.2018 18:52
1971 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?