Sicheres Firmen-WhatsApp

Start-up Das Team von Blackpin will einen sicheren Messenger für Unternehmen entwickeln und setzt dabei auf Kapital aus der Region.
  • Freude herrscht im Vorstandsteam von Blackpin mit (von links) Mirko Ross, Katja Restifo, Investor Ralf Hammer, Sandra Jörg und Tom Zimmermann. Foto: Blackpin

Jagstzell/Hüttlingen

Das Aichtaler Start-up Blackpin freut sich über eine Finanzspritze. Wie die Firma mitteilt, beteiligt sich die Vermögensverwaltung Hammer GmbH aus Jagstzell mit einer sechsstelligen Summe an dem Unternehmen, das von Sandra Jörg im November 2016 gegründet wurde. Sandra Jörg lebt in Hüttlingen. Im selben Zuge hat Blackpin angekündigt, das Führungsteam zu erweitern – und den Stuttgarter Mirko Ross in der Funktion des CTOs, also des Technikchefs, verpflichtet.

Blackpin plant, bis Ende des Jahres einen besonders sicheren B2B-Messenger auf den Markt zu bringen, quasi ein WhatsApp für Firmen. Allerdings mit wichtigen Unterschieden zur berühmten Variante, die längt zum Facebook-Imperium gehört: Die Unternehmen sollen per Blackpin in Zukunft in einem geschlossenen Netzwerk mit ihrem Kunden, Mitarbeitern oder Partnern verschlüsselt kommunizieren können. „Eine sogenannte ‚Plug-and-Play-Lösung‘ erlaubt Firmen schnell und einfach einen mobilen Messenger für Unternehmen zu betreiben – Clouddienst und Hosting inklusive“, erklärt Jörg.

Im Vergleich zu gängigen Messengern habe bei Blackpin niemand Einblick auf Gespräche, sie könnten weder aufgezeichnet noch mitverfolgt werden. „Wir setzen zudem voll auf den Standort Deutschland“, betont Jörg. Blackpin kooperiert mit einem deutschen Hostingpartner, zudem werden alle Daten ausschließlich auf Servern in Deutschland gespeichert. Aktuell entwickelt ein 20-köpfiges internationales Team die App.

Konzerne sind für Thema Sicherheit sensibilisiert

Die Gesellschafter haben gemeinsam mehr als 120 Jahre Erfahrung in der digitalen Medienbranche. „Mit Mirko Ross holen wir uns einen weiteren Experten ins Haus“, so die Chefin. Er ist beratender Sicherheitsexperte der ENISA (European Union Agency for Network and Information Security – IoT Sec Expert Group) und Mitglied der AIOTI (The Alliance fort the Internet of Things Innovation – Co-Leader Blockchain Workstream).

Ralf Hammer, Gründer und Gesellschafter der VV Hammer GmbH, unterstützt das Start-up mit Kapital im Aufbau der Applikation. Zudem setzt Blackpin auf dessen Netzwerk. Nicht nur Branchen wie Banken, Versicherungen oder das Gesundheitswesen sollen in Zukunft vom sicheren Messenger profitieren. „Durch die neue Datenschutzverordnung sind alle Firmen und Konzerne sensibilisiert – das Thema Sicherheit steht auf deren Agenda an oberster Stelle“, sagt der neue CTO Mirko Ross.

Der Druck auf die Unternehmens wachse, ihren Kunden eine absolut vertrauenswürdige Kommunikations- und Transaktionsplattform bieten zu können. Das Interesse an Blackpin ist daher groß, erklärt Gründerin Jörg. „Noch bevor das App am Markt ist, haben schon Dutzende Firmen, auch hier aus der Region, Interesse angemeldet.“

2019 plant Blackpin darüber hinaus ein Blockchain-basiertes Smart Contracting Tool. So sollen in Zukunft Verträge und Geschäfte anhand von digitalen Zahlungsmöglichkeiten zertifiziert über die App in einem absolut gesicherten Raum mobil abgewickelt werden. „Die Zukunftsvision ist eine internationale Transaktionsplattform“, so Jörg. „Schaut man sich innovative Märkte wie zum Beispiel Israel an, sieht man wie Menschen dort jetzt schon die mobilen Transaktionsmöglichkeiten nutzen. Schnell bekommt man ein klares Bild davon, wohin die Reise auch bei uns in Europa die nächsten fünf Jahre gehen wird“, erklärt Sandra Jörg.

© Wirtschaft Regional 30.08.2018 16:08
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