Rosenberger haben größte Kaufkraft

Erhebung Laut IHK Ostwürttemberg stehen in der Region 3,1 Milliarden Euro für Einkäufe zur Verfügung, Tendenz steigend – In Bopfingen macht der Handel den meisten Umsatz pro Kopf.
  • Sowohl im deutschlandweiten Vergleich als auch in Baden-Württemberg ist die Kaufkraft in Ostwürttemberg hoch. Grafik: IHK

Heidenheim

Durchschnittlich 7068 Euro hat jeder Einwohner Ostwürttembergs zur Verfügung, die er 2018 im stationären, Versand- und Online-Handel ausgeben kann. Das geht aus einer aktuellen Analyse der IHK Ostwürttemberg hervor. Am stärksten ist die Kaufkraft in Rosenberg, gefolgt von Mutlangen.

Die Industrie- und Handelskammer hat die Kaufkraftdaten analysiert und dabei in Ostwürttemberg eine einzelhandelsrelevante Kaufkraft in Höhe von knapp 3,144 Milliarden Euro ermittelt. Bei der Kaufkraft pro Person liegt Ostwürttemberg liegt damit über dem bundesweiten Durchschnitt, der bei 6924 Euro pro Person liegt.

In absoluten Zahlen liegen die Großen Kreisstädte vorne: Aalen mit insgesamt knapp 502 Millionen Euro, Schwäbisch Gmünd mit 415 Millionen Euro, Heidenheim mit 339 Millionen Euro, Ellwangen mit 173 Millionen Euro und Giengen mit 129 Millionen Euro.

Pro Einwohner nimmt Rosenberg mit 9132 Euro deutlich den ersten Platz vor Mutlangen mit 7523 Euro ein. Königsbronn folgt als erste Gemeinde aus dem Landkreis Heidenheim auf Platz 5 mit 7420 Euro. Alexander Paluch, Branchenkoordinator Handel der IHK Ostwürttemberg, erklärt: „Unter den 79 IHK-Bezirken Deutschlands liegt Ostwürttemberg bei der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft pro Kopf auf Rang 26 und damit noch vor IHK-Bezirken wie beispielsweise Schwaben, Rhein-Neckar, Kiel oder Berlin.“ Sehr erfreulich sei auch, dass die einzelhandelsrelevante Kaufkraft im Durchschnitt der fünf Großen Kreisstädte der Region mit 7304 Euro deutlich über dem Vergleichswert von Baden-Württemberg (6118 Euro) und Deutschland (6176 Euro) liege.

Bopfingen macht Sprung nach vorne

In der Region wird auch weiterhin stationär gekauft.

Alexander Paluch
IHK Ostwürttemberg

Die Umsätze im stationären Einzelhandel sind im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Paluch: „Das zeigt, in der Region wird auch weiterhin stationär nachgefragt und gekauft, was für die hiesige Handelsbranche von großer Bedeutung ist.“ Bei den Umsätzen liegen die großen Standorte vorne: Aalen (514 Millionen Euro), Schwäbisch Gmünd (440), Heidenheim (414) und Ellwangen (215). „Bopfingen schiebt sich hier mit knapp 116 Millionen Euro sogar noch vor Giengen, wo der örtliche Einzelhandel knapp 94 Millionen Euro an Umsatz erwirtschaftet. Positiv für Bopfingen dürfte sich die Neueröffnung eines Möbelhauses ausgewirkt haben“, erklärt der Handelsexperte.

Interessant sei auch der stationäre Umsatz pro Einwohner: Nach Bopfingen (9816 Euro), Ellwangen (8639 Euro) und Heidenheim (8475 Euro) folgen Essingen (7770 Euro), Aalen (7561 Euro) und Schwäbisch Gmünd (7248 Euro). Diese liegen damit auch alle über dem deutschlandweiten Durchschnitt von 7240 Euro Umsatz pro Einwohner im stationären Einzelhandel.

In Essingen sei der relativ hohe Pro-Kopf-Umsatz laut IHK insbesondere auf das interkommunale Gewerbegebiet Dauerwang, ein Zweckverband der Gemeinde Essingen mit der Stadt Aalen, zurückzuführen. „Oftmals sind außergewöhnlich hohe Kennzahlen auch auf große Einzelhandelsflächen auf der grünen Wiese zurückzuführen. Diese Flächen bündeln Kaufkraft und führen zu einer Umsatzverbesserung an diesen Standorten. Die Kehrseite dazu bildet sich jedoch dann an den Orten, wo die Versorgung der Bevölkerung nur noch untergeordnet direkt vor Ort erfolgt“, so Paluch. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren sind die absoluten Umsatzzahlen in den Städten und Gemeinden über 10.000 Einwohner insgesamt gestiegen. Hier sei wieder Bopfingen mit einem Anstieg von etwa 38 Prozent hervorzuheben. Paluch: „Insgesamt ist die Kaufkraft für den Einzelhandel in allen Städten und Gemeinden Ostwürttembergs seit 2016 kontinuierlich angestiegen. Dies hängt wiederum mit der aktuell guten wirtschaftlichen Lage, dem daraus resultierenden stabilen Einkommen und der gleichzeitig geringen Arbeitslosigkeit in der Region zusammen.“

Kennzahlen aller Gemeinden Ostwürttembergs stehen auf www.ostwuerttemberg.ihk.de, Seitennummer 4163628.

© Wirtschaft Regional 24.08.2018 18:57
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