Beistand für den Mittelstand

Innovationsberatung Die Ellwanger EurA AG möchte mit ihren Dienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen dieses Jahr neun Millionen Euro umsetzen – derzeit 100 Mitarbeiter.
  • Die Ellwanger EurA AG vermeldet Wachstum: Zum Team gehören (von links) Personalchef Richard Baumann, Nadine Gaugler (Marketing), Vorstandsmitglied Gabriele Seitz und Oliver Hafner (Innovations- und Projektmanagement). Foto: Bernhard Hampp

Ellwangen

Die Ellwanger EurA AG ist auf Wachstumskurs. Die Beratungsfirma mit 100 Mitarbeitern begleitet kleine und mittelständische Unternehmen bei Innovationen, vermittelt öffentliche Fördergelder und managt Technologienetzwerke – mit Erfolg: Die kleine Aktiengesellschaft plant, den Umsatz von gut sieben Millionen Euro 2017 auf knapp neun Millionen in diesem Jahr zu steigern. Auch die Belegschaft soll entsprechend wachsen.

Am Unternehmenssitz im Ellwanger Industriegebiet Neunstadt nahe der Autobahn sind derzeit 40 Mitarbeiter tätig. Niederlassungen gibt es in Aachen, Hamburg, im thüringischen Zella-Mehlis, im niederbayerischen Pfarrkirchen, in Enge-Sande nahe Flensburg und im portugiesischen Porto. Zu den Mandanten zählen mehr als 1500 Unternehmen und Forschungseinrichtungen.

Gegründet wurde EurA 1999 von Karl Lingel und Gabriele Seitz, die noch heute gemeinsam mit Dr. Harald Eifert den Vorstand bilden. Der Fokus in den Anfangsjahren lag auf Fördermittelberatung: Die Ellwanger Beratungsfirma half kleinen und mittleren Unternehmen dabei, bei Forschungs- und Innovationsprojekten von EU-, Bundes- und Landesgeldern zu profitieren.

Die Leistung reicht hier von der Konzeption über die Antragstellung und die Einreichung von Wettbewerbsbeiträgen bis hin zum Nachweis der Mittelverwendung. Noch immer ist die Vermittlung von Fördergeldern ein wichtiges Standbein der EurA AG. „Die Förderlandschaft ändert sich ständig“, sagt Firmen-Mitbegründerin Gabriele Seitz. Die Ellwanger bleiben auf dem Laufenden und bringen ihre Kunden beispielsweise in das 2014 aufgelegte EU-Förderprogramm „Horizon2020“. Bei 13 Kunden hat das im Jahr 2017 geklappt, 2018 wird die Zahl der erfolgreichen Vermittlungen voraussichtlich noch höher liegen.

Netzwerk zum „autonomen Schiff“

Das effiziente Abschöpfen von Fördergeldern für die Kunden ist das eine, das andere eine „ganzheitliche Innovationsberatung“, die sich die Ellwanger auf die Fahnen geschrieben haben. „Das Dienstleistungsspektrum erstreckt sich über den Technologietransfer, die Finanzierung und Realisierung bis hin zur internationalen Vermarktung innovativer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen“, heißt es in der Selbstbeschreibung der Firma.

Die Förderlandschaft ändert sich ständig.

Gabriele Seitz
Vorstandsmitglied EurA AG

Dazu passt, dass EurA Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentliche Stellen in Technologie-Netzwerken zusammenbringt. 30 solcher sogenannter Innovations-Cluster betreut, koordiniert, managt und moderiert die Ellwanger AG derzeit. So erproben am Standort Hamburg mehrere Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft das „Autonome Schiff“. Ein anderes Netzwerk, „Autonomes Fahren im ländlichen Raum“ am Standort Enge-Sande, wird vom Land Schleswig-Holstein gefördert.

Physiker, Chemiker und Mediziner im Team

Die EurA-Niederlassung Aachen, deren Leiter der Ellwanger Raumfahrtingenieur Johannes Schmidt ist, betreut das Kooperationsprojekt „Space2Motion“. „Wie können innovative Mittelständler aus der Automobilbranche die Entwicklungen der Raumfahrttechnik nutzen?“, lautet hier die Fragestellung.

Vom EurA-Haupsitz Ellwangen aus gelenkt wird das Netzwerk „Energy Innovation Europe“, das 28 Mitgliedsunternehmen und -organisationen in ganz Europa vereint. Auf jährlichen Symposien wird die Zukunft der Energiewirtschaft erörtert: „Wasserstoff als Energieträger“ lautet beispielsweise das Thema des diesjährigen Symposiums, das am 11. und 12. September in Karlsruhe stattfindet.

Wegen ihrer starken Technologieorientierung ist die EurA AG ständig auf der Suche nach Spezialisten aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich: Im Team sind neben Wirtschaftsingenieuren vornehmlich Physiker, Chemiker und Biologen, dazu Mediziner und Informatiker sowie Spezialisten im kaufmännischen Bereich.

In diesem Jahr beginnen vier junge Leute die Ausbildung zu Bürokaufleuten. Auch den Berufseinstieg im Rahmen eines Dualen Studiums bietet die Ellwanger Beratungsgesellschaft an.

© Wirtschaft Regional 24.08.2018 00:43
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