Brot aus Insektenmehl backen

Existenzgründungen Potentielle Jungunternehmer verblüfften beim ersten „Gmünder Gründer Grillen“ im in:it co-working lab mit tollen Ideen. Viele wollen lokalen Firmen zu mehr Umsatz verhelfen.
  • Philipp Kaiser: Brot backen mit Insektenpulver.
  • Andreas Trautmann (l.) freute sich über die große Beteiligung am „Gmünder Gründer Grillen“. Jonathan Schmalwasser (mit Mikro) präsentierte spontan seine Idee „potenzialkraftwerk.de“. Fotos: in:it
  • Manuel Wolf, Frederic Mieth: „Wer hat’s?“. Sie haben‘s drauf.
  • Fabian Aldinger präsentiert seine Firma „Lead Anker“.

Schwäbisch Gmünd

Das erste „Gmünder Gründer Grillen“ im in:it co-working lab zum Ende des Sommerssemesters war ein voller Erfolg. „Wir haben unsere Ziele, nämlich Start-ups, Gründungsinteressierten, Studenten und Investoren eine Plattform zu bieten, um sich vorzustellen, Unterstützer zu finden oder neue Kontakte zu knüpfen“, fast alle erreicht“, freute sich Alexander Trautmann. Nur mehr potentielle Investoren hätten kommen können, schränkte der lab-Manager ein. Der Gmünder Wirtschaftsförderer Alexander Groll und Markus Schmidt, Leiter der Abteilung Existenzgründung und Unternehmensförderung bei der IHK, boten ihre Unterstützung an.

Gleich acht junge Gründungsinteressierte nahmen die Möglichkeit wahr, ihre Projekte, Vorhaben oder Ideen in zwei Minuten zu „pitchen“. Über 30 Gäste hörten bei saftigen Grillbraten und erfrischenden Getränken gespannt zu, auch bei den drei „Spontan-Pitches. „Alle Akteure lobten die lockere Atmosphäre und die Qualität der Gespräche“, bilanzierte Andreas Trautmann. Die letzten Gäste gingen erst um 1.30 am nächsten Tag nach Hause. „Das zeigt, dass ein Bedarf da ist“, sagte Trautmann und kündigte gleich den nächsten Event dieser Art an: „Grillen#2“ am 27. September 2018. Nachfolgend eine Vorstellung der Pitches.

„Durch gezieltes Online-Marketing verankern wir Ihr Unternehmen in den Köpfen Ihrer potentiellen Kunden und machen sie zu Neukunden“, verspricht Fabian Aldinger, der nach Studium und Auslandsaufenthalt mit dem Start-up „Lead-Anker“ seit kurzem im in:it eingezogen ist. Aldinger optimiert die Präsenz von Firmen in den sozialen Netzwerken und Suchmaschinen und richtet die Botschaften genau an die Zielgruppen der Kunden. So sollen Reichweite, Bekanntheit und Umsatz gesteigert werden. Aldinger will sich auf lokale Firmen im Ostalbkreis fokussieren, ist aber auch in ganz Baden-Württemberg aktiv.

BettinaKonrath ist die „Gründungsmieterin“ im in:it. Die Kommunikationsdesignerin hat in ihrer Geburtsstadt Madrid vier Jahre an der staatlichen Kunsthochschule „Arte Diez“ studiert, anschließend den Bachelor an der FH Aachen abgeschlossen. Ihre Idee: Den Kunden „Internet & Webseite“ aus einer Hand anzubieten, also den kreativen und den technischen Part. KMUs aus der Gastronomie und Hotellerie sind ihre Zielgruppe: „Sie sollen unabhängiger von großen Buchungsportalen werden. Konrath will ihre Firma *Createrie zu einer Designagentur ausbauen.

Philipp Kaiser löste mit seiner Idee, Brot aus Insektenpulver zu backen, großes Erstaunen aus. Ob daraus ein Markterfolg wird? Kaiser führt sein Start-up „Brento“ vorerst nebenberuflich.

Das Interesse an Ideen von Start-ups ist groß.

Alexander Trautmann, in:it

Jule Trescher und Karin Schmidberger, beide Studentinnen der Gmünder Hochschule für Gestaltung (HfG) präsentierten „Modi“, eine individuelle Sprachtherapie für Aphasiker, die eine Sprachstörung aufgrund einer Hirnschädigung haben.

HfG-Student Matthias Mildt bietet professionellen Sängern/innen an, ihre Stimme mit einem von ihm konzipierten Gerät anzusteuern, das die eigene intuitiv gesungene Melodie in Echtzeit auf verschiedene Instrumente mappen kann.

Auch Manuel Wolf und Frederic Mieth von der HfG wollen mit einer Kommunikationsplattform „Wer hat´s“ kleineren lokalen Händler und Konsumenten mit dem Ziel der Umsatzerhöhung verbinden.

Das automatisierte System „Comero Canteen Robot“ von Andreas Kießling (HfG-Student) soll in großen Kantinen eingesetzt werden und dort verhindern, dass große Mengen an Lebensmittel entsorgt werden. Außerdem Logistikprobleme bei der Essensausgabe individuell mit „Comero“ gelöst werden.

Info zum in:it co-working lab
Alexander Trautmann
Telefon 0176 170 712 13
Mail: alexander.trautmann@schwaebisch-gmuend.de

© Wirtschaft Regional 01.08.2018 19:54
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