Ausgezeichneter Schrauber

Karl-Kessler-Preis Hochschulabsolvent Benjamin Joas erhält die Auszeichnung für die Entwicklung eines industriell einsetzbaren Kompaktschraubers.
  • Benjamin Joas (Mitte) hat in seiner Bachelorarbeit einen akkubetriebenen Kompaktschrauber entwickelt. Die Juroren von Alfing haben ihn mit dem 34. Karl-Kessler-Preis ausgezeichnet. Auch Vertreter der Hochschule Aalen gratulierten. Foto: Bernhard Hampp

Aalen-Wasseralfingen

Benjamin Joas aus Unterschneidheim hat den 34. Karl-Kessler-Preis erhalten. Der Maschinenbau-Absolvent der Hochschule Aalen wurde für seine Bachelorarbeit ausgezeichnet, in welcher er einen akkubetriebenen Kompaktschrauber zur Karosseriefertigung entwickelt hat. Gestiftet wurde der Preis – eine Studienreise in die USA – von der Maschinenfabrik Alfing Kessler und der Alfing Kessler Sondermaschinen, die damit an Unternehmensgründer Karl Kessler (1880-1946) erinnern.

Drei Arbeiten der Hochschule Aalen waren für den Preis eingereicht worden. Beschäftigten sich die anderen Projekte mit Laserschweißen und Elektromotoren, so nahm sich Benjamin Joas eines industriell einsetzbaren Akkuschraubers an und konnte damit die Jury überzeugen, wie Konrad Grimm, Geschäftsführer der Maschinenfabrik Alfing Kessler, ausführte.

Der Student hatte den Schrauber in den Einrichtungen der Alfing Montagetechnik entwickelt und wurde im Unternehmen von Thomas Zeller, an der Hochschule von Prof. Dr. Jürgen Trost betreut. Trost hielt auch die Laudatio, in der er das „ausgesprochen komplexe Produkt“, die „ganzheitliche Betrachtungsweise“ des Projekts und das strukturierte und planmäßige Vorgehen des Absolventen lobte. „Benjamin Joas hat ausgezeichnetes Potenzial für eine erfolgreiche Ingenieurskarriere“, sagte der Professor. Dem Lob schloss sich auch der Rektor der Hochschule Aalen, Prof. Dr. Gerhard Schneider, an. Er bedankte sich bei den Stiftern des Preises: „Sponsoren sind wichtige Förderer unseres Nachwuchses.“ Wie Schneider erinnerte Eberhard Funk, Geschäftsführer der Maschinenfabrik Kessler, an den Namensgeber des Preises, Karl Kessler. Dieser habe gemahnt, „eine übernommene Aufgabe ganz zu seiner Sache zu machen“.

Benjamin Joas hat ausgezeichnetes Potenzial für eine erfolgreiche Ingenieurkarriere.

Jürgen Trost
Betreuender Professor

Benjamin Joas selbst stellte dem Preisgericht sowie den Vertretern von Unternehmen und Hochschule in der Alfing-Lehrwerkstatt nochmals seine Entwicklung vor. Neu ist der Kompaktschrauber, der bei der Fahrzeugherstellung eingesetzt werden kann, weil er per Akku mit Strom versorgt wird, seine Daten per WLAN erhält und von einem Roboter bedient wird. Vergleichbares, so Joas, existiere bislang nur für handbetriebene Werkzeuge.

Joas präsentierte dem Publikum auch die beiden Prototypen seines Kompaktschraubers: Der größere erreicht ein Maximaldrehmoment von 75 Newtonmetern und eine Leerlaufdrehzahl von 328 Umdrehungen pro Minute, der kleinere ein Maximaldrehmoment von 15 Newtonmetern und eine Leerlaufdrehzahl von 819 Umdrehungen pro Minute. Beide verfügen über ein 5-Gigahertz-WLAN-Modul. Belohnt wird Benjamin Joas mit einer einwöchigen Studienreise nach Chicago, die er allerdings erst im kommenden Jahr antreten möchte. Vorher fehlt dem jungen Ingenieur wegen weiterer Forschertätigkeit die Zeit.

© Wirtschaft Regional 11.07.2018 16:48
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