Fried fordert eine „Agenda 2030“

Südwestmetall Die regionalen Arbeitgeber kritisieren die streitende Regierung – und fordern eine flexiblere Arbeitszeit.

Aalen. Der Vorsitzende der Bezirksgruppe Ostwürttemberg des Arbeitgeberverbands Südwestmetall, Dr. Michael Fried, hat die Bundesregierung aufgefordert, zur Sacharbeit zurückzukehren und die Bedürfnisse des Wirtschaftsstandorts in den Fokus zu rücken. Die Regierung dürfe sich zudem nicht damit begnügen, einfach nur den Koalitionsvertrag abzuarbeiten. „Der hat nämlich eine eindeutige Schlagseite zu sozialpolitischer Umverteilung“, sagte er am Donnerstag bei der Mitgliederversammlung der Bezirksgruppe im Explorhino Science Center in Aalen.

Statt die Reformen der Agenda 2010 wieder zurückzudrehen, solle die Regierung sie intelligent weiterentwickeln, forderte Fried: „Wir brauchen eine Agenda 2030. Und dazu muss ein modernes Arbeitszeitrecht gehören, das Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen gerecht wird.“ Starre tägliche Höchstarbeitsgrenzen oder eine Ruhezeit von elf Stunden passten nicht zu den Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft, so Fried. Dabei gehe es nicht um eine Verlängerung der Arbeitszeiten durch die Hintertür, betonte er: „Wir wollen einzig und allein, dass die vereinbarte Gesamtarbeitszeit von 35 Stunden pro Woche künftig flexibler und bedarfsgerechter eingesetzt werden kann.“ Ein ausführlicher Bericht über die Veranstaltung im Explorhino folgt.

© Wirtschaft Regional 28.06.2018 19:15
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