Pluta findet Investor – SHW CT wird aufgespalten

Übernahme Die Rettung der insolventen SHW CT rückt näher – ein Investor übernimmt einen Teil der Firmengruppe. 163 Jobs in Königsbronn sind gerettet.
  • SHW CT produziert in Königsbronn Papierwalzen wie dieses, erst vor wenigen Wochen ausgelieferte Exemplar. Foto: SHW CT

Königsbronn

Nach mehr als einem halben Jahr in der Insolvenz ist der Gießereispezialist SHW Casting Technologies gerettet – bis jetzt allerdings nur zum Teil. Wie Insolvenzverwalter Michael Pluta am Montag erklärte, habe man für die „SHW Casting Technologies GmbH & Co. KG Werk Königsbronn“ einen Käufer gefunden. Die Rheinische Mittelstandsbeteiligungs GmbH (RMB) erwirbt den Geschäftsbetrieb und die Immobilie der Firma. Alle 163 Arbeitsplätze in Königsbronn bleiben erhalten.

Für die „SHW Casting Technologies GmbH & Co. KG Werk Wasseralfingen“ und die „Machining Technologies GmbH & Co. KG Werk Königsbronn“, die beide technologisch eng zusammenarbeiten, laufen derzeit Gespräche mit mehreren Interessenten. Heißt konkret: Die bisherige SHW-CT-Gruppe wird zerschlagen. „Angesichts der Spezialisierung der Werke haben wir uns für einen einzelnen Verkauf der Gesellschaften entschieden“, erklärte Pluta-Restrukturierer Marcus Katholing den Grund.

Der Markenname SHW soll in Königsbronn nach der Übernahme erhalten bleiben. Künftig firmiere das Unternehmen unter dem Namen „SHW High Precision Casting Technologies GmbH“. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.

Die RMB GmbH ist eigenen Angaben zufolge ein strategischer Investor „mit großen Erfahrungen in der Gießerei-Industrie“. Zuletzt hatte das Unternehmen die Mehrheit an der HUBO Hulvershorn Eisengiesserei mit Sitz in Bocholt übernommen. Ebenfalls im Portfolio des Investors befindet sich die Aluminium-Druckgussfirma Eisenmann Druckguss GmbH in Villingen-Schwenningen. RMB plant eigenen Angaben zufolge, „Synergieeffekte“ zwischen seinen „bestehenden Portfolio-Unternehmen“ und der SHW CT heben, „In der Kombination der SHW CT mit der HUBO sind wir bestens aufgestellt, um unseren Wachstumskurs fortzusetzen“, erklärte Rainer J. Langnickel, geschäftsführender Gesellschafter der RMB.

Wir schauen uns bereits anderweitig um.

Rainer J. Langnickel,
Investor von SHW CT

Zudem hat der Investor noch viel vor: „Wir schauen uns außerdem bereits anderweitig im Markt um und sind zuversichtlich, bald einen weiteren Zukauf realisieren zu können – dies ist Teil unserer Strategie.“ Katholing ist sich derweil sicher: „Wir haben für die SHW CT in Königsbronn die bestmögliche Lösung erzielt“, sagte er und fügt an: „Unser Ziel ist es, dass wir nun auch eine optimale Lösung für die SHW CT in Wasseralfingen und die Machining Technologies in Königsbronn finden.“

Seit Juli 2017 befindet sich das SHW CT in finanzieller Schieflage. Bereits 2013 musste die Firma Insolvenz anmelden. Trotz der erneuten Insolvenz sei es im Eigenverwaltungsverfahren gelungen, die Firma so aufzustellen, dass sie wieder erfolgreich wirtschaften kann, erklärte Katholing und verwies auf einen Auftragsbestand von 15 Millionen Euro. Zudem soll SHW CT zuletzt wieder schwarze Zahlen geschrieben haben. Für 2018 rechnet Katholing mit einem Umsatz von 28 Millionen Euro, 2017 lag dieser bei 25 Millionen Euro.

Der Kaufvertrag wurde bereits im April unterzeichnet, die Übernahme unterliegt noch zwei Bedingungen, etwa dem Abschluss eines neuen Haustarifvertrages mit der IG Metall. Hierfür laufen aktuell die Verhandlungen.

© Wirtschaft Regional 07.05.2018 16:08
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