Ideen von Querdenkern nutzen

Eröffnung „in:it co-working lab“ stärkt den Wirtschaftsstandort Schwäbisch Gmünd. Sprungbrett für kreative Köpfe zu Existenzgründungen.
  • Kreatives Speed-Talk-Podium am Mittwochabend (von links): Dr. Joachim Bläse, Klaus Pavel, Michaela Eberle, Prof. Ralf Dringenberg, Prof. Dr. Markus Weinberger, Prof. Thomas Irion und Moderator Alexander Trautmann. Fotos: Hientzsch
  • Initiatoren und Mieter (von links): Dr. Gerold Bläse, Roland Staiber, Stefanie Kutil, Alexander Groll, Bettina Konrath und Alexander Trautmann.

Richard Arnold war in seinem Element: „Innovation ist in unserer Stadt genauso fest verankert wie Tradition.“ Der Gmünder OB freute sich am Mittwoch erleichtert, nach kontroversen Debatten im Gemeinderat nur Lob für die Weitsichtigkeit der städtischen Wirtschaftsförderung zu erfahren: Im umgebauten ehemaligen Telekom-Gebäude in der Robert-von-Ostertag-Straße wurde das „in:it co-working lab“ (wir berichteten mehrfach) eröffnet. Nach der Begrüßung der zahlreicher Gäste durch Wirtschaftsförderer Alexander Groll dankte Richard Arnold den Projektbeteiligten: Hennig Schimpf, Referatsleiter Existenzgründungen beim Wirtschaftsministerium, Landrat Klaus Pavel, IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle, WiRO-Geschäftsführerin Dr. Ursula Bilger sowie den Repräsentanten der Hochschulen – HfG-Rektor Prof. Ralf Dringenberg, PH-Rektorin Prof. Dr. Claudia Vorst und Prof. Dr. Markus Weinberger, der den Studiengang Internet der Dinge an der Hochschule Aalen leitet.

Schwäbisch Gmünd sei als älteste Staufer-, Gold- und Silber- und als Automotive-Stadt bekannt, sagte Arnold, „aber unsere Wirtschaftsförderung bietet seit langem Innovationen mehr Raum – wie er heute hier eröffnet wird.“ Das „in:it co-working lab“ biete Start-Ups und Existenzgründern ein kreatives, modernes und offenes Umfeld, in dem Ideen entstehen, wachsen und verwirklicht werden können, sagte Arnold. Der OB verwies darauf, dass die Zahl der Existenzgründungen in Ostwürttemberg seit Jahren rückläufig sei, Start-Ups würden Ballungszentren mit einem flexiblen Angebot an Co-Working-Spaces bevorzugen. Die Stärke von Baden-Württemberg liege jedoch in der Fläche – Arnold: „Namhafte Ideen und Patente wurden in dezentralen Bereichen ins Leben gerufen.“ Er sei deshalb dankbar, dass das Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut der Idee, zentrale Gründerzentren einzurichten, gefolgt sei und die Personalkosten des Gmünder Co-working-lab-Koordinators Alexander Trautmann mit 80 Prozent fördere. Der OB dankte besonders auch dem „Mitinitiator und Treiber“ Prof. Ralf Dringenberg, Alexander Groll, „der die Ideen entwickelt, bündelt und die Planungen zum Tragen gebracht hat“ sowie Roland Staiber, dem Chef des Hauseigentümers Staiber Projektbau, „der unsere Wünsche aufgenommen und so tolle Räumlichkeiten geschaffen hat.“

Um das Gmünder Co-working-lab zu einem Aushängeschild für die Region zu machen, forderte Arnold die Vertreter der Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen auf, sich auf dieses Projekt einzulassen und eine Kooperation mit dem in:it co-working lab aufzubauen: „Geprägt durch Innovationsfähigkeit, Geschwindigkeit, Know-How und dem Zugang zu neuen Technologien sind die Start-Ups und das in:it co-working lab sicher interessante Partner“.

Nach Grußworten von Hennig Schimpf brachten in einem von Alexander Trautmann pfiffig moderierten „Speed Talk Podium“ Klaus Pavel, Richard Arnold, Michaela Eberle, Ralf Dringenberg sowie die beiden Aalener Hochschulprofessoren Markus Weinberger und Thomas Irion ihre Erwartungen zum co-working lab auf den Punkt. In einer „Live Hacking Show“ erfuhren die verblüfften Gäste, wie einfach vermeintlich sicher abgespeicherte Informationen heute entschlüsselt werden können. In einem „Elevator Pitch“ präsentierten sich die ersten Mieter und Nutzer des co-working-lab: Bettina Konrath, Stefan Maier, Barbara Streit, Stefanie Kutil und Dr. Gerold Bläse, Vorstand der international tätigen Karer Consulting AG.

Weshalb Karer mit der Abteilung Business Development ins Co-Working-Space gezogen ist, erklärte Bläse, der aus Bargau stammt und beim FC Vorstandsmitglied ist, so: „Wir sehen hier eine ideale Möglichkeit, um mit den Hochschulen in Kontakt zu treten und um eine innovative Kultur auszuleben. Ich beobachte seit langem die enorme Aufwärtsentwicklung von Gmünd und die entstandenen Kooperationen zwischen der FH Aalen, der HfG und der PH mit der Wirtschaftsförderung. Ich hoffe, dass wir auch bei der Entwicklung unserer Dienstleistung mehrere Perspektiven wie Kunden, Design und Funktionalität einbringen können. Den jungen Menschen der Start-ups will ich bei der Umsetzung ihrer Ideen helfen – ohne Bezahlung. Durch diese gelebte Offenheit erweitern auch wir als Karer unseren Horizont und unsere Handlungsoptionen“.

© Wirtschaft Regional 02.05.2018 21:19
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