Die IHK macht digital mobil

IHK-Vollversammlung Das Gremium der Kammer wählt drei neue Vizepräsidenten, darunter ist auch der neue Voith-Chef. Im Mittelpunkt steht in Heubach aber vor allem die Digitalisierung in der Region.
  • Von links: Rudi Feil, Michaela Eberle, Markus Maier, Brigitte Wagenblast, Frederick Brütting, Ulrich Betzold, Franz A. Rieger sowie Bernd Richter. Foto: IHK

Heubach

Bei ihrer Auswärtssitzung bei der Richter Lighting Technologies GmbH in Heubach traf die IHK-Vollversammlung einige Personalentscheidungen. Zudem standen unter anderem die Digitale Agenda für Ostwürttemberg sowie das regionale Talent- und Start-up-Event „Make Ostwürttemberg“ auf der Tagesordnung. Im Anschluss gab Bürgermeister Frederick Brütting Einblicke in die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Heubach und der Chef der Richter Lighting Technologies, Bernd Richter, sprach über seine Firmenphilosophie.

IHK-Präsident Markus Maier erklärte zu Beginn, dass Konjunktur und Arbeitsmarkt unter Starkstrom stünden. Dies zeigten nicht nur aktuelle Konjunkturbefragungen der IHK-Organisation. Auch auf dem Arbeitsmarkt herrsche besondere Hochspannung. Auch deshalb liege ein Fokus der Vollversammlungssitzung auf den Themen Digitalisierung, junge Talente sowie Kooperations- und Netzwerkmöglichkeiten für etablierte Firmen mit jungen Gründern. IHK-Präsident Maier: „Mit der heute zur Verabschiedung stehenden digitalen Agenda für Ostwürttemberg nehmen wir als Parlament der Wirtschaft und IHK-Organisation unsere Aufgabe der Gesamtinteressenvertretung und Politikberatung auch in diesem Gebiet verstärkt und besser wahr.“

Personelle Veränderungen

Zudem standen zwei Zuwahlen für die Vollversammlung an, da Dr. Hubert Lienhard, ehemaliger Chef des Heidenheimer Maschinenbauers Voith, und Carl Trinkl, ehemals Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ostalb, das Gremium verlassen hatten. Die Vollversammlung wählte einstimmig Lienhards Nachfolger Stephan Schaller sowie Dieter Steck, Vorstandschef der Kreissparkasse Heidenheim. Da Lienhard und Trinkl auch im Präsidium der Kammer saßen und dieses Gremium künftig mit sechs statt bisher fünf Vizepräsidenten zu besetzen ist, waren drei Nominierungen notwendig. So wurden Ulrich Betzold, Geschäftsführer der Arnulf Betzold GmbH aus Ellwangen, Rudi Feil, Geschäftsführer von Geo Data aus Westhausen sowie Voith-Chef Schaller ins Präsidium gewählt.

Digitale Agenda

Wir sind top-innovativ, weil wir frei und radikal sind.

Bernd Richter
Heubacher Unternehmer

Bereits im April 2017 hatten Vertreter aus Politik und Wirtschaft beim zweiten Landespolitischen Abend der IHK beschlossen, eine Digitale Agenda auf den Weg zu bringen. Diese soll die Entwicklung der Digitalisierung in Ostwürttemberg aktiv gestalten. Deshalb hatte zunächst der Digitalisierungsausschuss der IHK ein Positionspapier mit drei Kernbereichen erarbeitet: die digitale Infrastruktur, digitale Inhalte in der Aus- und Weiterbildung sowie die Rahmenbedingungen und IKT-Strukturen. Damit solle Ostwürttemberg Erprobungsraum für Zukunftsthemen werden. „Die Digitale Agenda Ostwürttemberg werden wir am 12. Juli beim dritten Landespolitischen Abend Innenminister Thomas Strobl vorstellen“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle.

Unter den Schlagworten „Zukunft. Digitalität. Trends“ veranstaltet die Stadt Heidenheim gemeinsam mit regionalen Partnern und der IHK die „Make Ostwürttemberg“. Am 22. und 23. September werde Heidenheim zum Treffpunkt der „Maker“-Szene Süddeutschlands. Es soll ein Treffpunkt junger Technik-Freaks und eine interessante Plattform für Firmen, um sich interessanten Nachwuchskräfte zu präsentieren, werden. „Wir erwarten zwischen 5.000 und 10.000 Besucher jeden Alters. Ein Event, wahrscheinlich einzigartig in Baden-Württemberg“, erklärte Markus Schmid, Leiter des IHK-Geschäftsfeld Gründung und Förderung.

Hernach berichtete Bernd Richter, Geschäftsführer der Richter Lighting Technologies GmbH, über die erfolgreiche Entwicklung seiner Firma. Das Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Äußeres Zeichen hierfür sind die Firmenneubauten in Heubach. Beschäftigt werden heute mehr als 130 Mitarbeiter aus 33 Ländern. Richter setzt auf offene Kultur und positive Energie als Nährboden im Unternehmen für Innovationen. Richter: „Wir sind top innovativ, weil wir frei und radikal sind. Zugleich sind wir extrem altmodisch, weil wir auf die guten alten Werte setzen.“

Und natürlich gab Heubachs Bürgermeister Frederick Brütting Einblick in die Entwicklung seiner Stadt „Wir wollen durch Kreativität glänzen und sehen uns als eine Stadt mit Perspektive“, sagte er. Die Stadt habe in den vergangenen Jahren eine spürbare Aufwärtsentwicklung genommen. Er sei stolz auf die Firmen vor Ort. Brütting will Heubachs Attraktivität als Lebens- und Arbeitsort stärken – etwa durch Investitionen in Bildung und Betreuung sowie in neue kommunale Entwicklungsflächen.

© Wirtschaft Regional 23.04.2018 15:22
1157 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?