Tesla-Rückruf: Lenkungen kamen auch aus Gmünd

Autobranche Der größte Rückruf in der Tesla-Geschichte betrifft den Bosch-Standort in Gmünd, wo ein Teil der Elektrolenkungen gefertigt wurde.
  • Das „Model S“ von Tesla: 123.000 Autos sind vom Rückruf betroffen. Foto: Tesla

Schwäbisch Gmünd

Elon Musk, Gründer und Chef des US-amerikanischen Elektroautobauers Tesla, hat es dieser Tage nicht leicht. Am Ostersonntag, den 1. April, verkündete er in einem Tweet, dass sein Unternehmen pleite sei, „völlig pleite“. Ein Aprilscherz, der den Anlegern des börsennotierten Firma sauer aufstieß: Die Aktie verlor bis zu acht Prozent. Diese Humorpanne passt dieser Tage ins Bild, das der Autobauer abgibt.

Denn Ende der vergangenen Woche mussten die Amerikaner den bisher größten Rückruf der Unternehmensgeschichte verkünden: Rund 123.000 der Luxus-Limousinen des Models S müssen zurück in die Werkstätten. Laut einer Mail an die Kunden des Konzerns habe man festgestellt, dass es in Regionen mit kaltem Wetter zu starker Korrosion bestimmter Schrauben kommen könne, die zu einer Beeinträchtigung der Servolenkung führe. Allerdings bestehe kein Sicherheitsrisiko.

Ein Teil dieser Elektrolenkungen stammt aus Gmünder Produktion. Das bestätigte eine Sprecherin der Bosch-Tochter Automotive Steering auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir können bestätigen, dass Bosch die betreffenden Elektrolenkungen in der Vergangenheit an Tesla für das Model S geliefert hat“, heißt es in einer Stellungnahme. „Die Lenkungen wurden auch in Schwäbisch Gmünd hergestellt.“

Die betreffenden Schrauben allerdings, die dazu führen können, dass die Servolenkung an den Fahrzeugen nicht ordnungsgemäß funktionieren könnte, stammen nicht wie bisher von einigen Medien berichtet, „aus Bosch-Produktion“. Bei den Schrauben handle es sich um „ein Zukaufsteil“, so die Bosch-AS-Sprecherin weiter.

Die Schrauben sind ein Zukaufteil.

Sprecherin von Bosch über die betroffenen Teile des Tesla-Rückrufs

Rückruf beschert Kursminus

Tesla betont, dass für die Fahrer kein akutes Risiko bestünde, die Wagen könnten problemlos zur Reparatur gebracht werden. Es seien keine Unfälle oder Verletzungen in Verbindung mit dem Problem bekannt. Laut den Amerikanern seien nur Autos betroffen, die vor April 2016 gebaut wurden.

Wie es nun weiter geht? Laut Bosch AS befindet sich der Konzern „in enger Abstimmung mit Tesla und unterstützt die getroffenen Maßnahmen“. Weiter gehende Informationen gab es von Bosch nicht. „Nur die Hersteller können Auskunft zu ihren Produkten oder Rückrufen und zu technischen Details geben“, so die Sprecherin weiter. Der Rückruf bescherte Tesla einen Kurs-Verlust der Aktie von vier Prozent – immerhin weniger als der misslungene Aprilscherz von Vorstandschef Musk.

© Wirtschaft Regional 04.04.2018 00:39
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