Isimat forciert Wachstumskurs

Sondermaschinenbau Das Ellwanger Unternehmen gehört seit Juli zu einer fränkischen Firmengruppe - und will mit modernen Technologien und neuen Mitarbeitern durchstarten.
  • Bastian Ernst, Finanzvorstand, und Vorstandschef Thorsten Hirschnitz (re.) vor einer der hochkomplexen Anlagen, die Isimat am Stammsitz in Ellwangen entwickelt und baut. Foto: rs

Ellwangen

Der Blick in die Anlage ist beeindruckend. Allein 128 synchron gesteuerte Antriebe sind hier verbaut, dazu unzählige Sensoren, Kabel und weitere Einzelteile, die erst in monatelanger Planungs- und Konstruktionsarbeit zu einem großen Ganzen verschmelzen. Das Wort Sondermaschinenbauer scheint für Isimat erfunden worden zu sein.

Das Ellwanger Unternehmen gilt mit seinem Know-how, seiner Technologie und seinen Innovationen als weltweiter Branchenführer - und gehört seit Juli vergangenen Jahres zur Fürther Kurz-Gruppe. Mit dem neuen Eigentümer, einem familiengeführten Mittelständler mit 5000 Mitarbeitern weltweit, im Rücken, wollen die Ellwanger weiter wachsen und neue Märkte erschließen.

Isimat entwickelt und baut seit mehr als 60 Jahren Hochleistungsdruckmaschinen, mit denen komplex geformte Glas- und Kunststoffverpackungen dekoriert werden. Mit seinen Maschinen zur Bedruckung von Tuben hat sich das Unternehmen zum Weltmarktführer entwickelt. „Isimat ist ein aufstrebendes Unternehmen, in dem die Strategie für die nächsten Jahre festgelegt ist. Wir wissen, wo wir uns wie weiterentwickeln wollen und haben dafür in der Vergangenheit die Organisationsstrukturen aufgebaut“, erklären Vorstandschef Torsten Hirschnitz und Bastian Ernst, seines Zeichens Finanzvorstand, die Ziele nach der Übernahme.

Für dieses Wachstum und diese Strategie sucht das Unternehmen deshalb nach neuen Mitarbeitern, vor allem Ingenieure und Softwareentwickler stehen in Ellwangen hoch im Kurs. Hintergrund: Das Unternehmen übernimmt alle Schritte von der Planung über die Programmierung der Software hin zur Auslieferung und dem anschließenden Service alles selbst, „von Anfang bis Ende alles im absoluten High-tech-Bereich“, wie Hirschnitz selbstbewusst erklärt. „Wir bauen deshalb auf Teams, die interdisziplinär arbeiten. Wir engineeren alles selbst“, so der Vorstandschef: „Dabei kommt es nicht nur auf Geschwindigkeit der Anlagen an, sondern vor allem auch auf die Präzision.“

„Wir wollen technologisch führend bleiben.“

Es kommt bei uns auf Geschwindigkeit und Präzision an.

Thorsten Hirschnitz,
Vorstandschef von Isimat

Isimat gilt in der Branche bereits jetzt mit seinen Anlagen als Maßstab. „Wir sind absolut State-of-the-Art“, so Hirschnitz. Seit 1995 haben die Ellwanger, die aktuell rund 70 Mitarbeiter beschäftigen, mehrere Patente in Deutschland und weltweit angemeldet. „Wir arbeiten ständig an neuen Technologien, sind ständig in Bewegung. Es ist eine sehr reizvolle Aufgabe“, erklärt Ernst, selbst seit knapp zwei Jahren bei Isimat.

Um die besten Köpfe nach Ellwangen zu locken, investiert das Unternehmen nicht nur in die Weiterbildung seiner Mitarbeiter, sondern auch in den Stammsitz. Aktuell wird ein neuer Aufenthaltsraum gebaut, zudem werden die Duschen für Mitarbeiter modernisiert und auch der Eingangsbereich auf den neusten Stand gebracht werden.

Die Ellwanger haben auch den Digitaldruck im Visier

Die klassische Kernkompetenz des Traditionsunternehmens ist die Bedruckung von Plastiktuben, vor allem für die Kosmetikindustrie. Das Produktsortiment umfasst auch Maschinen zur Bedruckung von Plastikflaschen, Tiegeln und Kappen. Isimat beliefert Dekorateure von Kunststoffhohlkörpern und Glasflaschen rund um den Globus und verfügt über ein weltweit agierendes Service- und Vertriebsnetz. Bis zu 90 Prozent der Maschinen werden nach Europa, Asien, Australien und Amerika exportiert.

„Wir wollen auch weiterhin als technologischer Frontrunner in unserem Hightech-Markt auftreten und wahrgenommen werden. Technologischer Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb ist das unbedingt notwendige Mittel, um die Zukunft von Isimat auch weiterhin erfolgreich zu gestalten“, so Robert Kovacevic, Marketing- und Verkaufsleiter, über die Unternehmensziele. „Wir arbeiten an der Entwicklung neuer Technologien und Verfahren, die nicht mehr nur im Druck- und Tubenbereich beheimatet sind. Auch das Thema Digitaldruck wird in Zukunft sehr wichtig sein und wir haben bereits ein Projekt gestartet, das innovativ am Markt platziert werden kann.“ Auch das ist ein wichtiger Faktor, damit Isimat als Teil der Firmengruppe Kurz wachsen kann.

© Wirtschaft Regional 05.03.2018 20:58
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