Koch wächst mit Neubau

Regionale Firmen 70 Jahre ist die Schreinerei Koch nun alt. Zum Geburtstag beschenkt sich die Firma mit einem Neubau, der auch eine Antwort auf die Digitalisierung ist.
  • Noch laufen die Bauarbeiten am Neubau der Schreinerei Koch im Gewerbegebiet Neunstadt/Neunheim in Ellwangen. Foto: Koch

Ellwangen

Im 70. Jahr ihres Bestehens steht die Schreinerei Koch vor einem weiteren wichtigen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte: Seit April letzten Jahres wird im Gewerbegebiet Neunstadt/Neunheim der neue Standort der Traditionsschreinerei gebaut. „Am alten Standort in Rainau-Saverwang wäre eine weitere Vergrößerung nicht mehr möglich gewesen“, sagt Roland Koch senior, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Ehefrau Margarete Koch seit 1980 führt.

Über die Jahre wurde die Schreinerei immer wieder erweitert und modernisiert, nun ist es an der Zeit den nächsten Schritt zu gehen. Auf dem neuen Betriebsgelände wird nicht nur die Schreinerei, sondern auch das gleichnamige Architekturbüro seines Sohnes angesiedelt sein. Dieses hat bislang seinen Sitz in der Ellwanger Innenstadt. Der Neubau ist entsprechend der Firmenphilosophie konzipiert: Das Gebäude erfüllt Kfw-55-Standard, wird von einer effizienten Hackschnitzelanlage mit Bauteilaktivierung beheizt, verfügt über eine energiesparende LED-Beleuchtung und eine der modernsten Lackieranlagen. „Damit entspricht die neue Schreinerei unserem nachhaltigen und ressourcenschonenden Anspruch“, verdeutlicht Architekt Koch.

Zu den klassischen Schreinerarbeiten, die der Betrieb übernimmt, gehören unter anderem Entwurf und Fertigung von Möbeln und Einbauküchen nach Maß, Arbeiten im Innenausbau sowie Verkauf und Verlegen von Parkettböden. Außerdem stellen Planung und Ausfertigung von Büroeinrichtungen ein weiteres wichtiges Segment dar. Die Auftraggeber sind Privatpersonen sowie Kunden aus dem gewerblichen und industriellen Bereich. „Die Zufriedenheit und der Dienst am Kunden steht für uns immer im Vordergrund“, erklärt der Inhaber, „Wir sind ein klassischer Handwerksbetrieb, das hat uns die vergangenen 70 Jahre ausgemacht und das soll auch in Zukunft so bleiben.“

Nicht nur das Gebäude ist neu, auch der Maschinenpark wurde zukunftsorientiert erweitert. „Das Arbeiten mit modernsten Maschinen macht es uns möglich, Aufträge noch effektiver abzuarbeiten. Den Mitarbeitern ist es nun möglich, Arbeitsschritte, die früher arbeits- und kraftintensiv waren, durch beispielsweise den Einsatz einer CNC-Nesting-Maschine, zu erleichtern.

Die Digitalisierung macht vor dem Handwerk nicht Halt.

Roland Koch,
Inhaber Schreinerei Koch

„Müssen mit der Zeit gehen“

Auch können wir dank dieser Auftragsarbeiten für andere Betriebe durchführen“, so der Schreinermeister. „Die Digitalisierung macht auch vor Handwerksbetrieben nicht halt“, erkla?rt Koch, „Wir müssen mit der Zeit gehen.“ Durch die eingesetzte Planungssoftware erhalten die Kunden im Vorfeld detaillierte 3-D-Animationen. „So können wir noch stärker auf die individuellen Anforderungen eingehen. Vor allem Unternehmens-, aber auch Privatkunden schätzen diese Planungssicherheit“, erläutert er. Das Gebäude erfüllt nicht nur ästhetische, sondern auch funktionale Gesichtspunkte.

Die komplett verglaste Front zur Straße gewährt nicht nur Einblicke in die Arbeit der Schreinerei, sie versorgt die Halle mit Tageslicht und ist in Kombination mit der tageslichtgesteuerten LED Beleuchtung Bestandteil des Lichtkonzepts. Auch sind alle Arbeitsplätze nach ergonomischen Gesichtspunkten gestaltet.

„Die Mitarbeiter standen bei der Planung des neuen Betriebs im Fokus“, so Koch. Der Neubau dient nicht nur der Produktion, auf den 1200 Quadratmetern ist außerdem eine Ausstellungsfläche untergebracht. „Der Raum ist wie eine Wohnfläche konzipiert, damit sich die Besucher sofort wohlfühle können“, erklärt Innenarchitektin Susanne Mangold. rs

© Wirtschaft Regional 01.03.2018 19:46
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