Genossen weiter auf Wachstumskurs

Bilanz der Banken Die Genossenschaftsbanken im Ostalbkreis haben 2017 kräftig zugelegt und die eigenen Ziele übertroffen. Dennoch haben die Institute weiter mit Widrigkeiten zu kämpfen.
  • Der Vorstand der BZV Ostalb: Matthias Hillenbrand, Jürgen Hornung (Vorsitzender) und Hans-Peter Weber (von links). Foto: rs

Ellwangen

Die Genossenschaftsbanken im Ostalbkreis sind mit dem vergangenen Jahr zufrieden – obwohl die Rahmenbedingungen für die Banken immer anspruchsvoller werden. „Ein wirklich gutes Jahr“ konstatierten Jürgen Hornung, Vorstandschef der VR-Bank Ellwangen und gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der Bezirksvereinigung der Volks - und Raiffeisenbanken (BZV) im Ostalbkreis und seine beiden BZV-Stellvertreter Hans-Peter Weber und Matthias Hillenbrand am Dienstag in Ellwangen.

Zur BZV gehören sieben Genossenschaftsbanken, die gemeinsam auf eine Bilanzsumme von fast 3,8 Milliarden Euro kommen. Sie haben im vergangenen Jahr im Kreditgeschäft kräftig zugelegt. Mehr als 5000 Kredite mit einem Volumen von 560 Millionen Euro haben die Genossen im vergangenen Jahr neu vergeben. Insgesamt stieg das gesamte Kreditvolumen allerdings nur um 90 Millionen Euro. „Die Tilgungsleistungen sind angesichts der niedrigen Zinsen weiter hoch“, sagte Weber, Vorstandssprecher der VR-Bank Ostalb. „Daran sieht man, wie groß das Rad ist, das wir drehen müssen, um im Kreditgeschäft zu wachsen“, ergänzte Hornung.

„Vor allem Firmen finanzieren viel mit ihren liquiden Mitteln“, so Hillenbrand, Vorstand der Raiffeisenbank Rosenstein. Trotz weiter niedriger Zinsen steigt die Summe der Kundenanlagen um satte sieben Prozent. Die Geschäfte bei den Genossenschaftsbanken laufen also gut, die Institute bleiben auf Wachstumskurs. „Die Erwartungen zur Volumensentwicklung und zum Ergebnis haben wir übertroffen“, erläuterte Hornung.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung stieg um 5,2 Prozent auf 33,4 Millionen Euro. Euphorisch ist die Stimmung aber nicht. Zu groß sind die Herausforderungen, vor denen die regionalen Genossenschaftsbanken stehen: Die weiter anhaltende Nullzinspolitik der EZB macht den regionalen Banken ebenso zu schaffen wie der intensive Wettbewerb und die steigende Regulatorik. Hornung kritisierte die „Disproportionalität der Regulierung“. Viele der Regelwerke seien auf große, internationale Banken ausgelegt und belasteten so die kleinen Institute vor allem in Deutschland über Gebühr.

Auch die Digitalisierung des Geschäfts treibt die Banken um. Man setze weiter auf die Präsenz in der Fläche, etwa mit aktuell 81 Filialen im Kreis. Parallel baue man die digitalen Dienstleistungen für die Kunden weiter aus, so Hillenbrand. Zudem nehmen die Banken viel Geld in die Hand, um die Mitarbeiter für den Wandel zu rüsten. Auf eine Million Euro pro Jahr etwa beziffert Weber die Kosten für Weiterbildungen der 757 Mitarbeiter.

Die Volks- und Raiffeisenbanken 2017 in Zahlen (Werte in Euro, in Klammern Veränderung zum Vorjahr)

  • Bilanzsumme 3794 Mio. (+5,2%)

Wir verstehen die Veränderungen als Chance.

Jürgen Hornung,
Vorstandssprecher der BZV Ostalb
  • Kundenanlagen 5207 Mio.* (+7,1%)
  • Kreditvolumen 2870 Mio.* (+4,5%)
  • Zinsüberschuss
    77 Mio. (-2,6%)
  • Provisionsüberschuss 28 Mio. (+4,5%)
  • Betriebsergebnis (vor Bewertung) 33,4 Mio. (+5,2%)
  • Eigenkapital 241 Mio. (+2,8%)
    *einschließlich Finanzverbund
© Wirtschaft Regional 27.02.2018 17:37
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