Zeiss Meditec wächst weiter

Quartalsbericht Stabil positive Entwicklung in den ersten drei Monaten, aber starker Euro und Sondereffekte belasten Umsatz- und Ergebnisausbeute.
  • Wachstumstreiber: Das robotische Visualisierungssystem Kinovo 900 von Zeiss ermöglicht eine schnelle Tumorbehandlung. Foto: CZ

Jena/Oberkochen

Die Carl Zeiss Meditec AG hat nach sehr starken Bilanzzahlen im zum 30. September beendeten Geschäftsjahr 2016/17 mit einem Umsatz von 1,19 Milliarden Euro sowie einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 180,8 Millionen Euro auch im ersten Quartal 2017/18 ihr Wachstum fortgesetzt. Der Umsatz zwischen dem 1. Oktober und 31. Dezember 2017 stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,3 Prozent (währungsbereinigt 9,5 Prozent) auf 294,7 Millionen Euro.

Das EBIT sank von 44,2 auf 38,9 Millionen Euro, die bereinigte EBIT-Marge erreichte 13,5 Prozent nach 13,4 im Vorjahr. Auch der Gewinn pro Aktie (EPS) sank – von 38 auf 32 Cent. „Beide Rückgänge sind primär auf den Sondererlös durch den Verkauf von Vermögenswerten in Ontario/Kanada Ende 2016, auf die nach der Kapitalerhöhung größere Stückzahl von Aktien und auf den Währungsgegenwind, der uns durch den starken Euro im Vergleich zum US-Dollar und zum japanischen Yen bremst, zurückzuführen“, erklärte Dr. Ludwin Monz. Der Vorstandsvorsitzende war dennoch mit der Entwicklung zufrieden: „Wir befinden uns unverändert auf Wachstumskurs mit erfreulichen Beiträgen beider Geschäftseinheiten und aller Regionen. Die zielgerichteten Investitionen in die Erneuerung unseres Produktportfolios in der Augenheilkunde und in der Mikrochirurgie sowie in die weltweite Präsenz haben sich ausbezahlt“.

Die größte Geschäftseinheit Ophthalmic Devices (Augenheilkunde) steigerte den Umsatz um 4,2 Prozent (8,2) auf 216,3 Millionen Euro. Dazu trugen alle Bereiche bei – von Produkten der Augendiagnostik bis zu Lasern zur Sehschärfekorrektur sowie Intraokularlinsen für die Behandlung des Grauen Stars.

Das Umsatzwachstum der in Oberkochen angesiedelten Microsurgery lag bei 8,2 Prozent (13,4), die Erlöse mit Operationsmikroskopen und Visualisierungslösungen erreichten 78,4 nach 72,4 Millionen Euro im Vorjahr. „Nach langer Zeit sind wir in Oberkochen endlich wieder stark gewachsen, das ist wesentlich auf den Erfolg unserer Produktneuheiten zurückzuführen“, freute sich Ludwin Monz.

Wachstum in Regionen stabil

Starkes Wachstum aus Oberkochen.

Ludwin Monz, CEO Zeiss Meditc AG

In Europa/Mittlerer Osten (EMEA) verzeichnete der Medizintechnik-Spezialist einen Umsatzanstieg von 8,9 Prozent (10,8) auf 91,2 Millionen Euro. „Besonders das Geschäft in unseren Kernmärkten Deutschland und Frankreich entwickelte sich positiv“, gab Ludwin Monz bekannt. Stabil zeigte sich auch die Umsatzentwicklung in der Region Americas mit einem Plus von 3,9 Prozent (11,8) auf 94,1 Millionen Euro. Erneut aufwärts ging es auch in Asien/Pazifischer Raum (APAC): Der Umsatz lag mit 109,5 Millionen Euro um 3,5 Prozent (6,6) über dem Vorjahreswert – Monz: „Der Großteil des Zuwachses kam aus dem chinesischen Markt sowie aus Südkorea und auch aus Australien“.

Stärker als der Markt wachsen

Für das gesamte Geschäftsjahr 2017/18 setze sich die Meditec AG weiter das Ziel, „mindestens im gleichen Maße wie der Markt zu wachsen“, blickte Ludwin Monz voraus. Die EBIT-Marge soll sich innerhalb der mittelfristig gültigen Prognosebandbreite von 14 bis 16 Prozent auf bereinigter Basis bewegen. Der Vorstandsvorsitzende verwies aber darauf, „dass aus Dreimonatszahlen kein belastbarer Trend prognostiziert werden kann“.

Die Carl Zeiss Meditec AG, gelistet im TecDAX, ist einer der weltweit führenden Medizintechnikanbieter, der innovative Technologien und applikationsorientierte Lösungen liefert, die es den Ärzten ermöglichen, die Lebensqualität ihrer Patienten zu verbessern. Zur Diagnose und Behandlung von Augenkrankheiten bietet das Unternehmen Komplettlösungen, einschließlich Implantaten und Verbrauchsgütern. In der Mikrochirurgie stellt es innovative Visualisierungslösungen bereit. Hauptsitz ist Jena, in Oberkochen (Mikrochirurgie) sind aktuell 499 der weltweit 3000 Mitarbeiter beschäftigt. Neben weiteren Niederlassungen in Deutschland ist das Unternehmen in den USA, Japan, Spanien und Frankreich vertreten. 41 Prozent Aktien sind im Streubesitz, 59 Prozent hält die Carl Zeiss AG.

© Wirtschaft Regional 12.02.2018 20:13
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