Genossen leisten gute Arbeit

Bilanzzahlen VR-Bank Ellwangen übertrifft ihre Ziele für 2017. Durch ein starkes Wachsen bei Krediten und Einlagen wird der Ertrag in schwerem Umfeld erhöht.
  • Die Vorstände der VR-Bank Ellwangen, Bernd Finkbeiner (l.) und Jürgen Hornung (r.), präsentierten mit Aufsichtsratschef Karl Groß (Mi.) die Bilanzzahlen für 2017. Foto: VR-Bank Ellwangen/Via Studios

Ellwangen

Trotz widriger Rahmenbedingungen mit den Stichworten Nullzins und Regulierung hat die VR-Bank Ellwangen 2017 ein operatives Ergebnis weit über dem des Vorjahres erwirtschaftet. Die zweitgrößte Genossenschaftsbank im Ostalbkreis wuchs – und das ein gutes Stück über den eigenen Erwartungen. Durch das zusätzliche Einsammeln von Einlagen von 27 Millionen Euro (+4,8 %) sowie ein Kreditwachstum von 28 Millionen Euro (+6,6 %) konnte der Zinsüberschuss sogar auf 16 Millionen Euro (+ 300.000) ausgebaut werden. Die Bilanzsumme stieg um 5,9 Prozent auf 770 Millionen Euro an. Das betreute Kundenvolumen lag bei rund 1,7 Milliarden Euro. „Dieses Wachsen war nur durch unsere gute Eigenkapitalquote möglich. Unsere aktuelle Gesamtkapitalquote liegt bei guten 18,6 Prozent“, sagt Jürgen Hornung, Vorstandssprecher der VR-Bank Ellwangen.

Dass die 152 Mitarbeiter (+1) des Unternehmens im abgelaufenen Jahr gute Beratungsarbeit geleistet haben, lässt sich auch an den gesteigerten Provisionserlösen ablesen. Diese stiegen um satte 15 Prozent auf 6,1 Millionen Euro. Daraus resultiert gemeinsam mit dem strikten Kostenmanagement der Ellwanger Genossen und dem höheren Zinsüberschuss ein auf 7,8 Millionen Euro (+800.000) verbessertes operatives Ergebnis. „Mit diesem Ertrag ist eine weitere Stärkung des Eigenkapitals und somit ein künftiges Wachsen möglich“, sagt Hornungs Vorstandskollege Bernd Finkbeiner, der auch für den Vertrieb zuständig ist. Das ist den beiden Vorständen wichtig. Denn: Die Anforderungen seitens der Bafin werden bis 2021 größer und die Kapitalquote der Bank soll deshalb auf rund 16 Prozent sinken – so die Prognose des Vorstands der VR-Bank Ellwangen.

Das Vorstands-Duo berichtete zudem von 111 Millionen Euro an neu ausgegebenen Krediten, denen Tilgungen von 84 Millionen Euro im Berichtsjahr entgegen standen. Der private Bereich wuchs dabei stärker als der gewerbliche, dennoch konnten die Bank bei der Vergabe von Firmenkrediten auch zulegen.

Dividende wird umgestellt

Es gibt keine Kritik an den leicht reduzierten Öffnungszeiten.

Bernd Finkbeiner
Vorstand VR-Bank Ellwangen

Der Vertreterversammlung am 16, Mai werde man eine konstant hohe Dividende von vier Prozent für das Geschäftsjahr 2017 vorschlagen. Dennoch plant die VR-Bank Ellwangen beim Ausgestalten der Ausschüttung an ihre Mitglieder einen Paradigmenwechsel. Sie möchte ab 2018 dabei ein Mehrwertprogramm für ihre Eigentümer etablieren, das eine Spanne zwischen 1,5 und neun Prozent Dividende vorsieht. „Die Höhe ist davon abhängig, wie intensiv die Kundenbeziehung des Mitglieds mit seiner Bank ist. Dabei spielt die absolute Höhe der Geldsummen keine Rolle, sondern die Anzahl der geschäftlichen Berührungspunkte ist entscheidend“, erklärt Hornung. Die Satzung solle im Mai geändert werden. Hornung: „Dieses innovative System wird ein Alleinstellungsmerkmal im Ostalbkreis sein. Wir werden rund 40.000 Euro mehr Dividende als bislang verteilen.“

Ausblick auf 2018

Im laufenden Jahr beginne der „Sinkflug beim Zinsüberschuss“, betont Finkbeiner. Für 2018 rechne er mit einem Wachstum innerhalb der Bilanz um 3,5 Prozent. Beim operativen Ergebnis erwarte das genossenschaftliche Institut eine leichte Abschwächung. Und: Trotz der leicht reduzierten Öffnungszeiten in den zehn Filialen der Bank ab dem 1. Februar wolle sie in der Fläche präsent bleiben.

© Wirtschaft Regional 26.01.2018 17:41
1906 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?