Rund 1250 Metaller machen den Anfang

Tarifkonflikt An diesem Freitag rollt auf Initiative der IG Metall eine gewaltige Warnstreik-Welle über den Ostalbkreis.

Aalen/Schwäbisch Gmünd. Die Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie sind auf den 24. Januar vertagt, am Donnerstag gab es in der dritten Verhandlungsrunde in Böblingen eine erste Annäherung. Nun gehe es darum, ob die Arbeitgeber ernsthaft gewillt seien, konstruktiv Lösungen zu verhandeln, betont Peter Yay-Müller, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Schwäbisch Gmünd. „Es geht darum, die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Gesundheit mit den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt in eine verbesserte Balance zu bringen“, beschreibt er den Kern der Auseinandersetzung in der aktuellen Runde.

Ausgestattet mit Rechtsgutachten auf Grundlage eines veralteten Familienbilds aus dem 19. Jahrhundert, verweigerten sich die Arbeitgeber bislang konstruktiven Lösungen, erklärt Yay-Müller. Um die Arbeitgeber zu Bewegungen zu animieren, seien nun die Beschäftigten aufgerufen, sich für ihre Forderungen stark zu machen.

Sechs Firmen in Gmünd dabei

An diesem Freitag sind im Bereich der Geschäftsstelle Schwäbisch Gmünd die Beschäftigten der Firmen Bosch AS, ZF Group Alfdorf, Fein, Schubert Fertigungstechnik, Mürdter Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie voestalpine von der IG Metall zum Warnstreik aufgerufen. „Die Kolleginnen und Kollegen sind dazu aufgerufen worden, mindestens drei Stunden vor dem jeweiligen regulären Schichtende die Arbeit nieder zu legen“, erklärt Yay-Müller weiter. „Wir bereiten uns darauf vor, dass weiterer Druck notwendig sein wird und werden bis zur vierten Verhandlungsrunde weitere Belegschaften in die Auseinandersetzung einbinden.“

Ebenfalls für diesen Freitag, 12. Januar, werden in 26 Betrieben der IG Metall-Geschäftsstelle Aalen die Beschäftigten aufgerufen ihre Arbeit vorzeitig zu beenden und in den Feierabend zu gehen. Im Aalener Beritt der Gewerkschaft waren bereits fünf Betriebe am Donnerstag mit Warnstreiks belegt worden, an denen sich rund 1250 Mitarbeiter beteiligt haben.

Betroffen sind nun die drei Alfing-Firmen in Wasseralfingen, Apex in Westhausen, C. D. Wälzholz in Oberkochen, die Erlau AG in Aalen, die Franke GmbH in Aalen, die GSA in Aalen, Kessler & Co. in Abtsgmünd, Leitz in Oberkochen und Unterschneidheim, die RUD Kettenfabrik in Aalen, SHW Bearbeitungstechnik in Wasseralfingen, Sumitomo in Lauchheim sowie die Varta-Firmen Varta Consumer Batteries und Varta Microbattery in Ellwangen sowie Hensoldt Optronics in Oberkochen. Ebenfalls bestreikt werden die Zeiss-Firmen Zeiss AG, Zeiss Jena GmbH, SMT GmbH, Zeiss Industrielle Messtechnik, Zeiss Microscopy, Zeiss Meditec Vertriebsgesellschaft, Zeiss Meditec AG und Gusto Gourmet in Oberkochen sowie die Zeiss Vision am Standort Aalen.

© Wirtschaft Regional 12.01.2018 00:41
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