Gläubiger des Scholz-Bonds klagen an

Prozess Ob ein Berliner Anwalt und seine 136 Mandanten vor dem Landgericht Ellwangen Erfolg haben, ist offen.

Essingen. Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Schirp von der Kanzlei Schirp & Partner mbH in Berlin hat nach eigenen Angaben am Donnerstag für 136 Mandanten vor dem Ellwanger Landgericht Zivilklage gegen den inzwischen im Besitz der chinesischen Chiho-Tiande Group (CTG) befindliche Schrottrecycler Scholz Holding GmbH sowie gegen die früheren Scholz AG-Vorstände Oliver Scholz und Berndt-Ulrich Scholz, die nicht mehr CTG angehören, unter anderem wegen Kapitalanlagebetrugs erhoben. Die 136 Anleger haben im März 2013 Anteile der von der damaligen Scholz AG nach österreichischem Recht ausgegebenen 8,5-Prozent-Anleihe über 182,5 Millionen Euro erworben. Wie berichtet wurden nach einem Kuratoriumsverfahren vor dem Wiener Handelsgericht nur rund 16 Millionen Euro ausgezahlt, die volle Ausschüttung war im März 2017 fällig. Schirp, dessen Mandanten nach Informationen dieser Zeitung rund fünf Millionen Euro angelegt hatten, wirft den Beklagten vor, das Geld nicht wie angekündigt für die Sanierung verwendet zu haben, sondern um Ausfälle aus einem missglückten Australiengeschäft zu kompensieren. CTG und die Familie Scholz bestreiten die Vorwürfe. Ob die Klage Erfolg hat, ist in Rechtskreisen strittig. Unstrittig ist, dass eine Anlage zu 8,5 Prozent Zinsen auch 2013 hochriskant war.

© Wirtschaft Regional 29.12.2017 09:05
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