Für bessere Luftqualität in der Stadt

Umweltschutz Bosch verfolgt das Ziel einer emissionsfreien Mobilität. Doch es wird noch lange eine Koexistenz von Elektroauto und Verbrenner geben, sagt Geschäftsführer Dr. Rolf Bulander.
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    Fahrverbote in deutschen Großstädten ist längst Realität.
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    Bosch entwickelt und liefert Lösungen für eine umweltverträgliche Mobilität der Zukunft: COUP, der eScooter-Sharing-Service, ist bereits in Berlin und in Paris mit 1600 Scootern angelaufen. Fotos: Bosch
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    Dr. Rolf Bulander, Vorsitzender der Sparte Mobility Solutions.

Schwäbisch Gmünd

Dr. Rolf Bulander leitet beim Technologiekonzern Robert Bosch die Sparte „Mobility Solutions“, zu der auch die Bosch Automotive Steering (AS) GmbH gehört. Rolf Bulander war wie nun bei Bosch beim Gmünder Lenkungsbauer Mitglied der Geschäftsleitung, als dieser noch ZFLS hieß. Bei einem Umweltsymposium in Stuttgart informierte Bulander über Lösungsansätze und Innovationen von Bosch, die zu einer besseren Luftqualität in den Städten führen sollen. Die Themen Feinstaubalarm, Umweltplaketten und drohende Fahrverbote wie in Stuttgart beschäftigt auch im Ostalbkreis die Bevölkerung zunehmend. Es sei ein Bündel an Maßnahmen aus Elektromobilität, Hybridisierung, moderne Verbrenner sowie Vernetzung des Verkehrs über das Auto hinaus notwendig, sagte der Geschäftsführer und stellte diese interessanten Lösungen vor:

COUP: Dieser eScooter-Sharing-Service ist bereits in Berlin und in Paris mit 1600 Scootern angelaufen. Wer den Führerschein der Klasse B oder eine internationale Fahrgenehmigung besitzt und über 21 Jahre alt ist, kann den Service nutzen. Mit der dazugehörigen App finden Nutzer den nächstgelegenen eScooter, reservieren ihn, buchen und können direkt losfahren. Die mit Ökostrom betriebenen Roller fahren bis zu 45 km/h schnell.

Intermodal: Im Juli 2017 startete die Testphase für einen Mobilitätsassistenten, der auf Basis von Echtzeitdaten den schnellsten Weg durch die Stadt findet. Mit der App kommen Pendler effizient ans Ziel, Städte lenken ihr Verkehrsaufkommen und Mobilitätsanbieter verbessern ihre Auslastung.

Connected parking: Schritt für Schritt beseitigt Bosch den Stressfaktor Parkplatzsuche, der ein Drittel des Stadtverkehrs ausmacht.

Parkplatzsuche: Mit Community-based Parking nimmt die Suche nach einer passenden Parklücke ab. Im Vorbeifahren erkennt und vermisst das Auto mit den Ultraschallsensoren des Parkassistenten Lücken. Diese Informationen werden in Echtzeit in eine digitale Parkplatzkarte übertragen, mit der Stellplätze gezielt angesteuert werden.

Vernetztes Auto: Die Effekte werden ab 2025 spürbar: 400.000 Tonnen CO-2 werden durch vernetzte Funktionen eingespart – so viel, wie der Nationalpark Schwarzwald in drei Jahren speichern kann. Diese Konzepte reduzieren den Parksuchverkehr um bis zu 480 Millionen Kilometer, hoch automatisiertes Fahren spart zudem Kraftstoff.

Großer Handlungsdruck für den Klimaschutz.

Dr. Rolf Bulander, Robert Bosch

RDE: Derzeit werden die ersten Dieselmodelle mit Abgasnorm Euro 6 unter den Bedingungen der „real driving emissions“ (RDE) zugelassen. Bosch verfolgt 300 RDE-Projekte. Die OEMs werden unterstützt, damit der Diesel auf der Straße noch weniger Stickoxide emittiert.

Partikelfilter: Bosch wird in Europa keine Entwicklungen für Ottomotoren durchführen, die nicht mit Partikelfilter ausgerüstet sind. Dadurch wird bei Dieselfahrzeugen der Feinstaubausstoß reduziert. Gleiches strebt Bosch für den Benziner an.

48-Volt-Antrieb für leichte Elektrofahrzeuge: Für die urbane Mobilität hat Bosch ein aufeinander abgestimmtes 48-Volt-Antriebssystem mit Motor, Steuereinheit, Batterie, Ladegerät, Display und App entwickelt. Ob zwei, drei oder vier Räder – das System ist in allen Klassen leichter Elektrofahrzeuge einsetzbar.

Letzte Meile: Auch im Güterverteilverkehr ist E-Mobilität zu sehen. Bosch liefert das Antriebssystem für die Streetscooter der Deutschen Post, der größten E-Auto-Flotte Europas.

Mobilty Solutions trug im vergangenen Jahr 43,9 Milliarden Euro zum Bosch-Gesamtumsatz von 73,1 Milliarden Euro, den 390.000 Mitarbeiter erwirtschafteten, bei. Damit ist Bosch ein führender Zulieferer der Automobilindustrie. Mobility Solutions bündelt seine Kompetenzen in den Domänen der Mobilität - Automatisierung, Elektrifizierung und Vernetzung. Die in Schwäbisch Gmünd entwickelten und hergestellten Elektrolenksysteme spielen dabei eine wichtige Rolle.

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© Wirtschaft Regional 28.11.2017 21:19
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