Mapal bleibt Vorzeigeunternehmen

Geschäftsjahr 2017 Bei der Jubilarfeier des Aalener Herstellers von Präzisionswerkzeugen kündigte Dr. Dieter Kress neue Umsatz- und Ergebnisrekorde an. OB Thilo Rentschler kritisiert Bundespolitik.
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    OB Thilo Rentschler zwischen Dr. Jochen Kress (l.) und Dr. Dieter Kress stehend: „Mapal bleibt das Vorzeigeunternehmen Nr. 1 von Aalen!“. Rechts Betriebsratsvorsitzender Frank Khöber. Foto: -wh-

Aalen

Bei der Jubilarfeier der Mapal KG ist es Tradition, dass Rekorde vermeldet werden: Bis Jahresende wird der führende Hersteller von Präzisionswerkzeugen mit weltweit 5000 Mitarbeitern, davon 1800 in Aalen, den Umsatz (auf über 620 Millionen Euro) puschen und auch das Betriebsergebnis steigern. Aalens OB Thilo Rentschler dankte den 133 Jubilaren „für 2410 Dienstjahre gelebte Loyalität und unserem Vorzeigeunternehmen Nr. 1 für einen neuen Rekord an Steuerzahlungen.“

Das Jahr 2017 sei viel besser gelaufen als prognostiziert, sagte Dr. Dieter Kress. Statt zwei Prozent Wachstum in der Branche würden es wohl sechs bis acht Prozent werden. Und: Mapal liegt bei Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis über dem Branchenschnitt – Kress: „Das zeigt, dass wir mit unserem Programm, mit unserer technischen Weiterentwicklung und unserer Stärkung des internationalen Vertriebsnetzes richtig liegen.“

Mapal habe in den letzten Monaten einige kleinere Firmen gekauft, „die uns technische Impulse geben“. Kress nannte die Firma Lothmann in Ludwigsburg, die ISO-Werkzeuge und Sonderformen herstellt, und Radtke in Michelbach, die Werkzeuge zur Bearbeitung im Formenbau vertreibt. „Wir lernen dadurch die speziellen Bedingungen dieses interessanten Marktsegments“, erklärte Kress. Der Mapal-Chef zählte auch eine Reihe von Investitionen in die Ertüchtigung und die Erweiterung von bestehenden Standorten auf: In Altenstadt wurde das neue Verwaltungsgebäude der Firma Miller bezogen; in China, wo Mapal 350 Mitarbeiter beschäftigt, wurden Schulungs-, Tagungs- und Vorführräume modernisiert sowie die Fertigung speziell für die Polykristalliner Diamant-Werkzeuge (PKD) vergrößert; in Südkorea baute Mapal eine neue Fabrik mit Fertigungs- und Bürogebäude, in Queretaro/Mexiko wurde ein zweites Werk fertiggestellt, im Frühjahr 2018 startet dort die Fertigung von PKD- und Vollhartmetall-Werkzeugen. Darauf ist Dieter Kress besonders stolz: „Das ist für PKD-Werkzeuge unsere 13. Produktionsstätte auf der Welt, wir sind auf allen wichtigen Märkten mit hervorragendem Service und mit gleicher Spitzenqualität wie bei WWS in Pforzheim vorgegeben präsent.“ Es sei auch in moderne Maschinen investiert worden, es ging die hundertste Drahterodiermaschine für die Bearbeitung von Diamantwerkzeugen in Betrieb.

Schwerpunkte in der technologischen Entwicklung seien die ISO-Schneiden (Pressen in höchster Genauigkeit, sodass das Schleifen entfallen kann) und neue Beschichtungen gewesen.

Um weiter so gute Ergebnisse wie bisher erzielen zu können, „ist immer neues Wissen von allen Mitarbeitern notwendig“, postulierte Kress, „deshalb sind wir froh, dass wir die Mapal Academy, die schon über 1000 Leute durchliefen, aufgebaut haben“.

Mapal hat ein gestärktes Fundament – ich bin optimistisch!

Dr. Dieter Kress, Mapal-Chef

Mit Blick auf 2018 sagte Dieter Kress, dass er die optimistischen Vorhersagen auf noch größeres Wachstum teilen würde, „wenn das politische Umfeld stabil wäre“. Er sehen viele Probleme wie den Brexit, den „sprunghaften Herrn Trump“ oder die Regierungsbildung in Deutschland. Trotzdem setze Mapal auf Wachstum – Kress: „Wir bauen im Süden der USA ein weiteres Bürogebäude und wir haben Maschinen mit interessanter Technologie bestellt“. Mit Sorge betrachte er zwar die „utopischen Forderungen“ der IG Metall bei den Tarifverhandlungen, sagte Dieter Kress, „doch das Fundament von Mapal ist so stark, dass wir optimistisch sind“. Das ist er auch persönlich: „2018 wird mein Sohn Jochen die Verantwortung übernehmen, ich werde weniger arbeiten und kann beruhigt in die Zukunft sehen“.

Rentschler kritisiert Politik

Thilo Rentschler dankte Dieter Kress für „eine herausragende Lebensleistung in 49 Berufsjahren“. Mapal sei Aalens Vorzeigebetrieb Nr. 1 – schwäbisch, bodenständig, unaufgeregt: „Ich bin sicher, dass diese Erfolgsgeschichte von Dr. Jochen Kress fortgeschrieben wird.“

Der OB ging bezugnehmend auf die weltpolitischen Bedenken von Kress mit den deutschen Bundespolitikern hart ins Gericht: „Wir sind die Konjunkturlokomotive der Welt und in der momentan schwierigen internationalen Phase schlagen sich unsere Politiker in die Büsche, statt Verantwortung zu übernehmen. Wir brauchen eine stabile Führung und ich kann meinem SPD-Vorsitzenden nur raten, gesprächsbereit für eine Regierungsbildung zu sein.“ Rentschler kritisierte auch heftig die aktuelle Regionalpolitik: „In der Sache YG-1-Ansiedlung in Oberkochen wurden viele Fehler gemacht, wir gehen in Aalen bei Entscheidungen über das rare Gut Boden anders vor!“

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© Wirtschaft Regional 24.11.2017 22:09
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