Austausch mit Handwerkern

Handwerkerdialog Die Aalener Wirtschaftsförderung pflegt den Dialog mit den Betrieben. Beim fünften Treffen liegt der Fokus auf der Digitalisierung.
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    Der Ortsteil Rauental wurde in Sachen Breitband-Ausbau gemeinsam mit der Stadt Aalen initiativ. Hinten v.li.: Mike Adriaans, Tobias Oehler, Hans Siewerth, Erwin Bayer, Ralf Schebesta. Sitzend v.li.: Simone Fürst-Adriaans, Silke Siewerth, Beate Bayer, Petra Schebesta. Foto: Stadt Aalen

Aalen-Unterkochen

Die Sorgen und Nöte aufnehmen, aber auch die große Geschlossenheit und das gute Miteinander der Aalener Handwerksbetriebe zu zeigen – das war die Aufgabe des Handwerkerdialogs. Das von der Aalener Wirtschaftsförderung initiierte Treffen stieß bei seiner fünften Auflage auf großes Echo. Etwa 35 Unternehmensvertreter trafen mit Aalens OB Thilo Rentschler sowie dessen Wirtschaftsförderer Wolfgang Weiß zum Austausch zusammen. Nina Steinhäuser, Digitallotsin beim baden-württembergischen Handwerkstag, gab Tipps zur Digitalisierung im Handwerk. Der Ortsteil Rauental allein war mit fünf Betrieben präsent: Sie hatten eine Breitbandinitiative gestartet und gemeinsam mit der Stadt Aalen den Ausbau des schnellen Internets für ihre Firmenstandorte vorangetrieben. Ein gutes Beispiel, wie Betriebe auch bei den Digitalisierungsthemen vorangehen.

„Der Aufschwung in Aalen braucht gut aufgestellte Handwerker dringend, damit die ambitionierten Pläne umgesetzt werden können“, sagte Rentschler. Mit Investitionen in Schulen, Bäder, Straßen, Breitbandinternet, E-Mobilität, Wohnungsbau, aber auch dem Fassadensanierungsprogramm trage die Stadt dazu bei, dass das Handwerk Aufträge in den kommenden Jahren bekomme. „Dies ist gut für die Stadt, für die Dienstleister, den Handel und die Industrie – aber vor allem wirken die enormen Investitionen wie ein Konjunkturprogramm fürs Handwerk“, sagte das Stadtoberhaupt.

Azubi-Haus in Planung

Aalen arbeite an der Konzeption für ein Azubi-Haus, einer Art Wohnheim für Auszubildende aus strukturschwachen Regionen Deutschlands. „Im Schulterschluss zwischen IHK, Handwerkskammer, Agentur für Arbeit und der Stadt Aalen sollen junge Menschen auf die Ostalb geholt werden, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken“, sagte Rentschler. Bis zum Start ins Ausbildungsjahr 2018/19 soll das Pilotprojekt ins Laufen gebracht werden. Er animierte die Handwerker, sich bei der Umsetzung mit zu engagieren.

Die Investitionen wirken wie ein Konjunkturprogramm.

Thilo Rentschler
Aalens Stadtoberhaupt

Edgar Horn, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Ostalb, teilte die grundsätzlich positive Markteinschätzung des OB. Es sei wertvoll, sich persönlich auszutauschen, um so die Anliegen des Handwerks zu artikulieren. „Die Handwerksbetriebe würden gern mehr ausbilden“, sagte Horn.

Nina Steinhäuser erläuterte die sich schnell verändernden Rahmenbedingungen. „Wissen ist heute nicht mehr zwischen zwei Buchdeckeln zu verorten. Nun müssen wir uns in den Betrieben zügig neu aufstellen und uns der Aufgabe der Digitalisierung stellen“, sagte sie. Kunden erwarteten häufig mehr als eine fachlich sehr gute Dienstleistung. Mit der Nutzung der digitalen Möglichkeiten erhöhe sich die Sichtbarkeit der Betriebe nach außen. Kunden, aber auch potenzielle Azubis suchten im Internet oder sozialen Netzwerken nach Handwerkern und Ausbildungsbetrieben. Die Betriebe müssten mit diesen Entwicklungen Schritt halten, um künftig erfolgreich aufgestellt zu sein.

Themen der lebhaften Diskussion waren Online-Shops im Handwerk, der Breitbandausbau sowie Förderszenarien für eine rasche Digitalisierung.

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© Wirtschaft Regional 20.11.2017 20:15
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