Baustoff Holz liegt im Trend

Firmenerweiterung Die Holzwerke Ladenburger sind wieder auf Wachstumskurs. Der Rohstoff Holz ist gefragt. Ein Blick in die Kerkinger Produktion.
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    Im Werk Kerkingen werden Stämme abgeladen. Foto: Ladenburger

Bopfingen-Aufhausen

Die Holzwerke Ladenburger machen sich nach den drei Großbränden in den Werken Geithain (2013 und 2015) und Kerkingen (2014) fit für die Zukunft. Nach der berufung von Klaus Brodbeil und Steffen Häußlein in die Geschäftsführung will die Bopfinger Gruppe mit insgesamt 750 Mitarbeitern den Umsatz 2018 um fünf bis zehn Prozent steigern und weiter an der Optimierung der Produktion feilen. Aber: „Rendite und Nachhaltigkeit in der Unternehmensentwicklung sind wichtiger als reines Wachstum“, sagt Brodbeil.

Gemeinsam mit Firmenchef Viktor Ladenburger und dem weiteren Geschäftsführer Markus Hauber, der für das Werk im sächsischen Geithain zuständig ist, sollen die internen Strukturen auf Vordermann gebracht werden. Dabei spielt die fortgesetzte Digitalisierung eine gewichtige Rolle. „Holz liegt im Trend. Wir versprechen uns von der verstärkten Nachfrage im Wohnhaus-, Mehrgeschoss- und Industriebau in Holzbauweise Rückenwind für unsere Geschäfte“, sagt Klaus Brodbeil.

Im Leitstand des Sägewerks blicken Marketingleiter Joachim Hoffmann und Geschäftsführer Klaus Brodbeil durch die vielen Bildschirme nachdraußen auf die Rinne, wo ein Baumstamm nach dem anderen ins Sägewerk katapultiert werden. „Mit rund drei Metern pro Sekunde werden die Stämme zu Balken und Brettern verarbeitet. Alle paar Stunden wird der Zuschnitt geändert – je nach Bedarf in der Produktion und dem Angebot an Stammholz“, sagt Joachim Hoffmann.

Wir stehen finanziell auf solidem Fundament.

Klaus Brodbeil
Geschäftsführer bei Ladenburger

Danach geht es durch die Kerkinger Produktion von Konstruktions-Vollholz (KVH). Dabei werden Balken mit einer Keilzinkung versehen, verleimt und abgelängt – fast alles vollautomatisch. Diese Methode, prinzipiell beliebig lange Balken zu produzieren, hat Firmenchef Viktor Ladenburger vor rund 35 Jahren maßgeblich mitentwickelt. „Wir haben ein System eingeführt, das selbsttätig anhand der Holzstruktur visuell erkennt, wo die Balken gesägt werden sollen“, erläutert Brodbeil. Nach der Fertigbearbeitung kommen die Produkte zum Trocknen in Kammern – je nach Dicke unterschiedlich lange.

Die drei Brände in den Werken hatten die Wachstumsbemühungen bei Ladenburger erst einmal gebremst. Gut zwei Jahre danach hat sich die Produktion in den Werken wieder eingespielt, alle Segmente laufen wieder rund. „In Bopfingen errichten wir aktuell eine 16 000 Quadratmeter große Halle, in der wir die Produktion von KVH intensivieren. Das Investitionsvolumen liegt bei 15 Millionen Euro, 35 neue Arbeitsplätze werden geschaffen“, sagt Brodbeil. Die Produktion werde im Frühjahr 2018 starten. Die verleimten Produkte sind gefragt: Mit ihnen sei präzises Bauen möglich, erklärt Hoffmann.

Ladenburger hat die Chance nach dem Neuaufbau der Werke in Geithain und Kerkingen, genutzt, um auch neue Technologien zu implementieren. „Die Digitalisierung ist dabei an vielen Stellen zu erkennen. Sie ermöglicht eine Optimierung der Produkte, was Kosten und Ressourcen spart. Dabei sind wir auf gutem Weg“, sagt Brodbeil. Ladenburger könne auf eine gute Kapitalausstattung gepaart mit geringer Verschuldung blicken. „Wir stehen finanziell auf solidem Fundament. Auch während der Konsolidierung nach den Bränden haben wir keine roten Zahlen geschrieben“, sagt der gelernte Banker Brodbeil.

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© Wirtschaft Regional 27.10.2017 20:25
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