Fort- und Weiterbildung sind essentiell

Jubiläum Beim Festakt „50 Jahre SchuleWirtschaft“ wurden Erfolge der Vergangenheit gefeiert. Aber können Schule und Wirtschaft auch die Herausforderungen der Zukunft meistern?
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    Festakt (vorne v. l.): Petra Serben (promoviert an der PH Gmünd über SchuleWirtschaft), Thomas Schenk, Johannes Warth, Bernhard Ilg, Stefan Grosch, Thomas Schenk; Susanne Eisenmann, Klaus Pavel, Elke Weccard, Astrid Beckmann, Michaela Eberle, Gerhard Bauer.
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    Festakteure: Dr. Susanne Eisenmann, Petra Serben, Johannes Warth und Stefan Grosch. Fotos: SchuleWirtschaft

Heidenheim

Die Idee der Kooperation von Schulen, Unternehmen und Hochschulen wurde vor 50 Jahren in Heidenheim durch Gerhard Bauer geboren und hat von hier aus einen bundesweiten Siegeszug angetreten. Deshalb feierte der Arbeitskreis „SchuleWirtschaft“ das 50-jährige Jubiläum in Heidenheim im Business-Club der Voith-Arena. Auch für Dr. Susanne Eisenmann war dies ein Pflichttermin. In einem von Johannes Warth moderierten Gespräch mit Stefan Grosch, Arbeitsdirektor Bosch AS GmbH, beklagte die baden-württembergische Kultusministerin, dass viele Schüler und deren Eltern falsche Vorstellungen bei der Berufsorientierung hätten: „Akademische und duale berufliche Ausbildung müssen gleichwertig sein. Es ist nicht gut, wenn es wie erstmals 2017 mehr Studien- als Berufsanfänger gibt“. Wichtig sei, betonte Grosch, eine kontinuierliche Ausbildung. Weiter- und Fortbildung seien essenziell. Deshalb biete die Wirtschaft den Schulen Praktika an, um früh an Talente heranzukommen. Dabei seien sowohl die ökonomische Bildung als auch die Digitalisierung wichtig – Grosch: „Was die IT-Kenntnisse wie das Programmieren angeht, gibt es in den Schulen noch Handlungsbedarf.“ Dem widersprach Eisenmann: „Lesen, Schreiben und Rechnen müssen in der Grundschule Priorität haben. Solides Hintergrundwissen muss später durch die richtige pädagogisch-didaktische Vermittlung von technischen Fertigkeiten ergänzt werden – Buch vor Laptop.“ Durch Medienbildung müsse man den Schülern Wertigkeiten mit auf den Weg geben, „aber die Schule kann nicht der Reparaturbetrieb der Gesellschaft sein, auch die Eltern sind gefordert,“ sagte Eisenmann. Grosch bemängelte, „dass immer weniger Lehrer bereit sind, die von uns angebotenen Praktika zu nutzen, um neue Perspektiven in die Schule mitzunehmen“. Eisenmann bat: „Unternehmen sollten Schülern aller Schularten Perspektiven in ganzer Bandbreite bieten.“

Stefan Küpper, Vorsitzender des Netzwerks für die Wirtschaftsseite und Geschäftsführer von Südwestmetall Baden-Württemberg, gratulierte zum Jubiläum und stellte die bisherigen Erfolge heraus: MINT-Förderung, ökonomische Bildung für Lehrer, Bildungspartnerschaften, Schülerfirmenprojekte, Schul- und Qualitätsentwicklung. Die künftigen Herausforderungen seien groß, sagte Küpper und nannte Schulqualität, Fachkräftemangel und Digitalisierung. Die Umstrukturierung des Qualitäts- und Qualifizierungswesens im Schulsystem und die für 2019 geplante Gründung des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung sowie des Instituts für Bildungsanalysen können als Hebel für Qualitätsverbesserung wirken: „Die Wirtschaft kann es sich mit Blick auf die Fachkräftesituation nicht leisten, Talente nicht optimal zu fördern. Sie muss alle Potenziale entfalten, um die individuell vorhandenen Möglichkeiten und Fähigkeiten bestmöglichst zu heben“. Die Schulen müssten den mit dem Bildungsplan 2016 eingeschlagenen Weg einer durchgängigen, verbindlichen beruflichen Orientierung in allen Schularten und -fächern konsequent weiter zu verfolgen.

In der Grundschule gilt Buch vor Laptop.

Dr. Susanne Eisenmann
Landes-Kultusministerin

Der Festakt wurde von Big Bands in der Fußballarena gestartet: Alemannenschule Hüttlingen, Hillerschule Steinheim, Karl-Kessler-Schule Wasseralfingen, Kopernikus-Gymnasium Wasseralfingen, Schillerschule Aalen, Gemeinschaftsschule Waldstetten, Werkskapelle Varta Microbattery Ellwangen.

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© Wirtschaft Regional 09.10.2017 18:59
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