Zeiss schmiedet Allianz

Kooperation Gemeinsam mit den Maschinenbauern DMG Mori und Dürr sowie der Software AG will der Optikkonzern die Digitalisierung vorantreiben und neue Standards für IT und Industrie 4.0 etablieren.
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    Von links: Christian Thönes, Vorstandschef der DMG Mori, Ralf W. Dieter, Chef der Dürr AG, Karl-Heinz Streibich, CEO der Software AG und Thomas Spitzenpfeil, Vorstandsmitglied bei Zeiss. Foto: Zeiss

Oberkochen/ Frankfurt

Der Oberkochener Optikkonzern Zeiss hat gemeinsam mit den Anlagenspezialisten DMG MORI und Dürr sowie der Software AG und ASM PT ein neues Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) namens Adamos gegründet. Die Mittelständler wollen so eine strategische Allianz für die Zukunftsthemen Industrie 4.0 und Industrial Internet of Things (IIoT) bilden und zusätzlich mit Adamos einen neuen digitalen Standard im Maschinen- und Anlagenbau setzen.

Davon sollen auch andere Unternehmen des Mittelstands profitieren – denn die Standards sollen auf der offenen, herstellerneutralen IIoT-Plattform basieren. Dabei machen die vier Partner Nägel mit Köpfen: Adamos startete weltweit bereits am 1. Oktober 2017. Zunächst sind 200 Experten mit an Bord.

Laut den beteiligten Firmen ist Adamos die erste Allianz aus namhaften Industrie- und Softwareunternehmen, die einen globalen Branchenstandard etablieren und zusätzlich weitere Maschinenbauer als Partner gewinnen wollen. Adamos sei speziell auf die Bedürfnisse des Maschinen- und Anlagenbaus und seiner Kunden zugeschnitten: Die offene Plattform sei herstellerneutral und verbinde modernste IT-Technologie und Branchenwissen. Sie versetze Maschinenbauer in die Lage, ihren Kunden mit geringem Auf- wand erprobte Lösungen für die digital vernetzte Produktion anzubieten. Davon profitierten Maschinenbauunter-nehmen sowie ihre Lieferanten und Kunden, denen Adamos als Plattformdienstleister Zugang zu führenden Softwarelösungen bei voller Datenautonomie biete, hieß es bei einer Pressekonferenz in Frankfurt vor einigen Tagen.

„Mit Adamos arbeiten starke Partner auf Augenhöhe daran, die digitale Vernetzung voran- zutreiben. Gemeinsam entwickeln wir Technologien für die Fabrik der Zukunft. Unternehmen, welche die Anwen- dungen von Adamos nutzen, werden innovative Services beziehen und dadurch die Effizienz, Transparenz, Sicherheit und Verfügbarkeit ihrer Systeme deutlich erhöhen“, erklärte Thomas Spitzenpfeil, Vorstandsmitglied der Carl Zeiss AG bei der Konferenz. Hierfür gründen die Firmen zunächst zwei Unternehmen: Die Adamos GmbH und die Adamos App Factory. DMG Mori, Dürr, die Software AG und Zeiss sowie ASM PT sind zu gleichen Teilen an der Adamos GmbH mit Sitz in Darmstadt beteiligt. Zusätzlich können weitere Maschinen- und Anlagenbauer als Partner das Leistungsspektrum von Ada-mos nutzen. Jeder Partner wird dann das Angebot selbstständig vermarkten. Die gemeinsame Tochter arbeitet als Plattformdienstleister und stellt somit allen Nutzern Werkzeuge und -Funktionen zur Verfügung. Die Vermarktung der individuellen Lösungen sollen die beteiligten Partner übernehmen. Als Innovationstreiber werde Adamos kontinuierlich neue Anwendungen entwickeln, so die Firmen.

Wir entwickeln Technologien für die Fabrik der Zukunft.

Thomas Spitzenpfeil,
Vorstandsmitglied bei Zeiss

Die Idee dahinter: Industrie 4.0 und das Internet der Dinge ermöglichen die Vernetzung und Kommunikation von Maschinen sowie eine umfassende Erfassung und Nutzung von Produktionsdaten in Echtzeit. Auf dieser Basis lassen sich digitale Services und neue Geschäftsmodelle nutzen und die Produktion mithilfe von Big- Data-Analysen optimieren. „Bei der Digitalisierung muss der Maschinen- und Anlagenbau selbst Standards setzen und die Entwicklung vorantreiben. Das geht nur mit starken Partnern. Daher bieten wir mit Adamos ein offenes Netzwerk mit führendem Maschinenbau-, Produktions- und Software/IT-Know-how – von Maschinenbauern für Maschinenbauer, ihre Zulieferer und Kunden“, erklärte Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender der DMG Mori.

Das zweite Joint-Venture, die Adamos App Factory soll sich darauf konzentrieren, das technologische Know-how und Branchenwissen der Partner zur schnellen und gemeinsamen Entwicklung von Apps zusammenzuführen. Umfangreichere Applikationen sollen ab 2018 in der Cloud bereitgestellt werden. Davon profitiere Adamos – und das Partner- und Kundennetzwerk, so die Partner. Die Basis bildet weiter das Know-how der verbundenen Partner, wie Ralf W. Dieter, Vorstandschef des Lackieranlagenbauers Dürr AG aus Bietigheim-Bissingen, betont

„Als Maschinenbauer kennen wir die Anforderungen unserer Kunden und wissen, worauf es ankommt. In der Adamos App Factory bündeln wir Branchenwissen für intuitiv bedienbare Applikationen und die Gestaltung von digitalen Marktplätzen. Die Factory ist eine Kooperation von Maschinenbau- und Software-Unternehmen, die mit den Partnern eng verbunden ist und die Anlagenbauer bilden das Fundament von Adamos.“

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© Wirtschaft Regional 05.10.2017 17:21
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