Was Holz alles kann

Holzbautag Zum sechsten Mal treffen sich Experten aus der Region, um die Möglichkeiten von Holz auszuloten. Das Fazit: „Der Baustoff Holz hat Zukunft!“
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    Rund 80 Teilnehmer kamen zum regionalen Holzbautag nach Gerstetten. Foto: Markus Hofmann

Gerstetten

Mit dem Regionalen Holzbautag liefert die Initiative „Holzkompetenz hoch drei“, zu der sich unter Federführung der regionalen Wirtschaftsförderung WiRO die Landkreise Heidenheim, Ostalb und Schwäbisch Hall zusammengeschlossen haben, Ideen und Informationen rund um den Baustoff Holz. Die Veranstaltungsreihe, die Preisträger im Wettbewerb HolzProKlima Baden-Württemberg ist, ging nun in ihre sechste Runde.

Rund 80 Teilnehmer kamen auf Einladung von „Holzkompetenz hoch drei“ sowie deren Partnern Holzbau Baden-Württemberg, proHolz BW und Architektenkammer Baden-Württemberg nach Gerstetten, wo Heidenheims Landrat Thomas Reinhardt als diesjähriger Sprecher der Projektpartner auf die Bedeutung des Rohstoffs Holz und den damit verbundenen Holzbau hinwies.

„In unseren drei Landkreisen wachsen pro Jahr 1,5 Millionen Festmeter Holz nach. Damit lassen sich 25.000 neue Holzhäuser bauen. Dazu verfügen wir über eine einmalige Dichte an Holzindustrie und Holzhandwerk, während ein Fünftel der baden-württembergischen Beschäftigten in der Holzbranche in unseren Landkreisen arbeiten. Wenn man noch bedenkt, dass der Holzbau über hoch attraktive Möglichkeiten in der Ausführung verfügt, dann hat Holz in unserer Region Zukunft!“

Dass im Kommunalbau Holz mehr als nur eine Alternative ist, erläuterte unter anderem Gerstettens Bürgermeister Roland Polaschek. In seiner Gemeinde habe insbesondere nach dem Holzbautag vor vier Jahren ein Umdenkprozess stattgefunden und seither stelle sich die Frage, ob Bauen ausschließlich mit Ziegel und Beton noch in die heutige Zeit passe. Bereits mit positiven Erfahrungen im Gepäck, werde man auch beim Neubau der ortseigenen Lindenhalle auf Holz setzen.

Mit entscheidend seien dabei die vielen Vorteile des Holzbaus wie der hohe Vorfertigungsgrad und die dadurch bedingte Schnelligkeit beim Bau, der hohe ästhetische Wert und das gute Raumklima, die Eigenschaft von Holz als nachhaltiges „Plus-Energie-Produkt“ und nicht zuletzt die Preisneutralität zu herkömmlicher Bauweise.

Dass Bauen mit Holz im Vormarsch ist, zeigte auch Christoph Jost, Geschäftsführer von proHolz BW in Ostfildern, das als landesweite Drehscheibe der Wertschöpfungskette Forst und Holz fungiert. Einer Studie zufolge könnten über 1,5 Millionen neue Wohnungen entstehen, würde man vor dem Jahr 1990 gebaute Mehrfamilienhäuser in Holzbauweise aufstocken. Anhand eindrucksvoller Beispiele zeigte er, wie durch Verwendung von Holz eine gleichsam soziale wie auch attraktive urbane Nachverdichtung erreicht und damit dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden kann.

Noch mehr Einblicke in die Praxis des Holzbaus vermittelte ein „architektonischer Spaziergang“, bei dem die Teilnehmer auch die Alte Turnhalle der Gemeinde besichtigten. Hier zeigten die Architekten und Bauherren Kay-Peter Thierer und Eva-Maria Gerstner die gelungene Umnutzung einer ehemaligen Turnhalle zum Wohn- und Bürogebäude.

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© Wirtschaft Regional 02.10.2017 16:51
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