Microsoft-Chefin kommt nach Aalen

Vortragsreihe Zum Auftakt des Industriedialogs spricht Sabine Bendiek, Deutschland-Chefin des IT-Giganten, über die Verbindung von Künstlicher Intelligenz, Mensch und Gesellschaft.
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    Sabine Bendiek, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, referiert am 9. Oktober in der Hochschule Aalen. Foto: Alex Schelbert

Aalen

Es mag Science-Fiction -Filmen geschuldet sein, dass beim Thema „Künstliche Intelligenz“ oft negative Bilder aufscheinen: Der menschenähnliche, aber gefühllose Roboter, der sich das fehlbare Wesen Mensch schließlich unterwirft. Ganz neu ist diese Furcht nicht: Schon Fritz Lang hat in seinem Filmklassiker „Metropolis“ den Menschen in der Moderne zum Sklaven der Maschine gemacht. Fakt ist jedoch: Die Künstliche Intelligenz macht Riesenfortschritte. Doch wie gehen wir damit um?

Wie es gelingen kann, aus Mensch und Digitaler Transformation ein erfolgreiches Team zu formen, welchen Ansatz Microsoft hierbei verfolgt und wo das bereits heute in der Praxis erfolgreich funktioniert, erklärt Sabine Bendiek, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, am 9. Oktober 2017 in der Aula am Campus-Teil Beethovenstraße der Hochschule Aalen. Bendiek wird zum Thema „Chancen und Herausforderungen der Digitalen Transformation“ referieren.

Es ist die Auftaktveranstaltung der neusten Auflage des „Industriedialogs Industrie 4.0“ der Hochschule Aalen. Sie wird in diesem Wintersemester von der regionalen Wirtschaftszeitung „Wirtschaft Regional“ , die wie diese Zeitung zur SDZ-Gruppe aus Aalen gehört, als Medienpartner begleitet.

„Mit der Vortagsreihe Industriedialog Industrie 4.0 wollen wir unseren Studierenden die Möglichkeit geben, die aktuellen Herausforderungen der Unternehmen aus erster Hand kennen zu lernen“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Bernhard Höfig, einer der Mitbegründer des „Industriedialogs“ und Studiendekan im Studiengang Mechatronik. Es sei wichtig, „dass die jungen Menschen, die in ein paar Jahren den digitalen Wandel maßgeblich mitgestalten sollen, schon während ihres Studiums konkrete Anwendungsbeispiele sehen“. Auch an die regionale Wirtschaft denkt er: „Gleichzeitig möchten wir der regionalen Industrie und vor allem den KMUs ein Forum bieten, um neue Ideen und Chancen zu diskutieren.“ Höfig meint damit Antworten auf die Fragen: Wie können die innovativen Technologien in den verschiedenen Branchen für neue Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle eingesetzt werden? Was kann man von anderen Firmen lernen? Welche Herausforderungen kann man mit welchem Partner angehen? „Es geht auch hier, wie bei den technischen Entwicklungen für Industrie 4.0, um die Vernetzung und den Nutzen, den man daraus ziehen kann.“

Doch zurück zur Veranstaltung mit Sabine Bendiek und damit zum Thema „Künstliche Intelligenz“: Diese entwickelt sich mit rasanter Geschwindigkeit. Weniger schnell entwickelt sich ein tiefgreifendes, gesellschaftlich weit über Nerd- und Entwicklerkreise hinausgehendes Verständnis, was künstliche Intelligenz überhaupt ist, so Bendiek. Künstliche Intelligenz, das sind zunächst „lernende Systeme“, Systeme also, die aus großen Datenmengen Muster erkennen können, die lernen „Entscheidungen zu treffen“.

Ein Forum, um neue Ideen zu diskutieren.

Prof. Dr. Bernhard Höfig
Professor an der Hochschule Aalen

Um gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen sind Voraussetzungen zu schaffen: Künstliche Intelligenz muss den Menschen und der wirtschaftlichen Entwicklung zugutekommen. Sie muss vertrauenswürdig sein: Datenschutz und Datensicherheit sind zu gewährleisten. Und schließlich muss KI „respektvoll und inklusiv“ sein, das heißt gerade in komplexen, multikulturellen Umfeldern nutzbringend und förderlich wirken. Und nicht zuletzt bleibt entscheidend: Die Technologien für diesen digitalen Wandel müssen allen zugänglich sein. Das bedeutet, Akzeptanz für die fortlaufenden in digitalen Technologien begründeten Veränderungsprozesse und die nötige Transparenz dafür zu schaffen.

Schon seit einigen Jahren sind die Themen Industrie 4.0 und Digitalisierung an vielen Stellen fest in Lehre und Forschung der Hochschule Aalen verankert. Beispiele dafür sind das Promotionskolleg „PROMISE 4.0“, das in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart die Erforschung von intelligenten Produktionssystemen und Methoden im Kontext von Industrie 4.0 für kleinere und mittlere Unternehmen fördert, der Studiengang „Internet der Dinge“, der sich als Kooperationsprojekt der Hochschulen Aalen und Schwäbisch Gmünd mit der Gestaltung der Digitalisierung beschäftigt oder die Steinbeis-Transferplattform Industrie 4.0, die einen Wissenstransfer mit der regionalen Wirtschaft initiiert. Damit das breite Angebot und die weit gefächerten Kompetenzen in diesem Bereich über die Grenzen der Hochschule hinweg verständlich sind und genutzt werden können, ist das „Zentrum Industrie 4.0“ als zentrale Einrichtung geschaffen worden.

Info: Das Referat von Sabine Bendiek findet am Montag, 9. Oktober, um 17.30 Uhr in der Aula, Campus-Teil Beethovenstraße der Hochschule Aalen statt.

Das vollständige Programm und weitere Informationen zu den geplanten Veranstaltungen finden Sie unter www.hs-aalen.de/i40dialog. „Wirtschaft Regional“ ist Medienpartner.

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© Wirtschaft Regional 28.09.2017 17:35
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